den benutzt. Man will mit uns in Freundschaft undFrieden leben, und der Widerhall, den die letztenAusführungen des Herrn Staatssekretärs sowohl wieauch meine hiesige Rede in allen Kreisen gefundenhaben, sowie auch die Haltung der englischen Pressein der letzten Krisis, welche es fast ausnahmslos ver-mied, von einem Gegensatz der Gruppen in der ser-bischen Frage zu sprechen, zeigt die Richtigkeit obigerAuffassung.
Sir Edward Grey wird bei seiner auswärtigenPolitik und namentlich in den gegenwärtigen heiklenFragen vor allem von dem Wunsche geleitet, denFrieden zu erhalten und mit der KaiserlichenRegierung in allen wichtigen Angelegenheiten Hand inHand zu gehen. Nichts wäre ihm daher unangenehmerals eine Zuspitzung der Gegensätze, die einen fried-lichen Ausgang nicht mehr ohne eine moralischeNiederlage der einen der beiden Parteien ermöglichenwürde. Indem er den Vorschlag gemacht hat, keineder Fragen getrennt zu behandeln, sondern sie vereintauf dem Wege gegenseitiger Kompromisse zu er-ledigen, schwebte ihm der Gedanke vor, daß auf dieseArt allein ein einseitiger Rückzug zu verhindern sei.Denn wenn das offizielle Rußland sich auch keines-wegs mit den serbischen Forderungen identifiziere, sosei es doch klar, daß in Rußland starke Sympathienfür die Serben bestünden, und daß daher, um derrussischen Regierung die bisherige gemäßigte Haltungzu erleichtern, alles vermieden werden müsse, waswie eine Drohung oder wie ein Druck gedeutet werdenkönne. Die starken Rüstungen Österreichs schienenihm aus diesem Grunde nicht willkommen zu sein undihn zu beunruhigen.
Wenn auch Herr Iswolsky im Jahre 1909 den Rück-zug nicht infolge eines von uns ausgehenden Druckes