wäre es vielleicht nützlich, wenn er ihm in Peters-burg und Paris Eingang zu verschaffen suchte, wäh-rend wir ein gleiches in Wien und Rom tun würden.Einer gefälligen Drahtmeldung über die Aufnahme,die Ihre Mitteilungen bei Sir E. Grey gefunden, seheich mit Interesse entgegen. Kiderlen.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 20. 11. 1912
I ch habe mit Sir E. Grey soeben im Sinne der mirerteilten Weisung gesprochen. Der Minister schienim allgemeinen ganz einverstanden zu sein, erklärtejedoch, mir augenblicklich keine bestimmte Antwortgeben zu können, da er sich die einzelnen Punkteüberlegen müsse. Er bat mich, morgen nachmittagwiederzukommen, um mir dann Bescheid zu geben.
Ganz allgemein bemerkte er, daß meine Mitteilungzwei getrennte Fragen enthielte, die der Vorbespre-chung zwecks Einigung über ein gemeinsames Pro-gramm und andererseits die Aufforderung, in Belgrad im Sinne der Anregung zu wirken, daß die serbischenBesetzungen kein Recht auf Difinitivum schaffenkönnten. Ohne sich auf diese Frage näher einzulassen,erklärte er nur, daß das Prinzip eines autonomen Al-baniens bereits die Frage der Bestimmung seinerGrenzen in sich schlösse. Er schien mir auf diesemWege der heiklen Angelegenheit der serbischen Adria-wünsche ausweichen zu wollen. Im übrigen machteer sich über unseren Standpunkt Notizen, ohne etwasgegen unsere Vorschläge einzuwenden. WeitererDrahtbericht folgt morgen. Lichnowsky
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