AN DAS AUSWÄRTIGE AMT
B ei meinem heutigen Besuch sagte mir Sir E. Grey,daß er der Auffassung Euerer Exzellenz von derNotwendigkeit eines frühzeitigen Meinungsaustauscheszwischen den Großmächten durchaus zustimme.
Was die zu verhandelnden Fragen selbst betreffe,so kämen für ihn zunächst im wesentlichen dreiPunkte in Betracht:
2. die Verbindung Serbiens mit der Adria und
3. die Ägäischen Inseln.
Was Konstantinopel und Adrianopel beträfe, soschiene nach den bekanntgewordenen Waffenstill-standsverhandlungen zwischen Bulgaren und Türkendie Frage auszuscheiden, da die beiden kriegführen-den Parteien sich hierüber einigen würden. Unterdieser Voraussetzung könnte das hiesige Kabinettebenso unbeteiligt an der Lösung dieser Frage bleiben,wie wir es ersichtlich täten. Rußland würde sich dannwohl auch zufriedenstellen. Der Berg Athos genießeheut schon eine Sonderstellung und könnte sie auchbehalten.
Aus den ferneren Äußerungen des Ministers ent-nahm ich,
1. daß das Schicksal der griechischen Inseln derRegierung besonders am Herzen liegt, und
2. daß der von mir schon an anderer Stelle ge-kennzeichnete Gedanke, eine mögliche Lösung derserbischen Frage durch Gewährung eines schmalenGebietsstreifens an Serbien längs der montenegri-nischen Grenze zu finden, hier immer mehr Fuß ge-faßt hat. Der Minister bezeichnet zwar diese Ansichtdurchaus nicht als die einzige und endgültige Form,um den serbischen Wünschen gerecht zu werden,meinte aber, daß trotz der österreichischen Bedenken,