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1 (1927)
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AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 7. 12. 1912

S ir E. Grey mit London einverstanden, falls hierinin Paris keine Unfreundlichkeit erblickt werde, dadort bekannt, daß er Paris vorgeschlagen, und da vonPoincare auch erste Anregung zu einer Konferenzausgegangen. Ich erwiderte, daß uns, soviel mir be-kannt, Paris auch recht gewesen wäre, daß aber vonverschiedenen Seiten, und nicht etwa bloß von uns,Bedenken gegen die Persönlichkeit des Herrn Iswolskylaut geworden wären.

Ich glaube, daß, falls es gelingt, eine Form zu fin-den, um die Empfindlichkeiten des Herrn Poincare zuschonen, man hier gern zustimmen wird, da man sichden gegen Paris bestehenden Bedenken keineswegsverschließt.

Mit der Zuziehung des rumänischen Gesandtenschien der Minister einverstanden, auch wiederholteer, daß jeder Anschein eines feierlichen Kongressesvermieden werden sollte, und daher auch alle Eröff-nungsfeierlichkeiten wegfallen würden. Man würdesich, so drückte er sich aus, einfach an einen rundenTisch setzen.

Der Berliner Anregung entsprechend, habe er dieTagesordnung für die Botschafterbesprechung dahinentworfen, daß

1. diejenigen Punkte festgestellt würden, welcheauszuscheiden seien, da man sie den Kriegführendenallein überlassen wolle,

2. diejenigen, die die beim Berliner Vertrage be-teiligten Mächte interessierten, und mit denen mansich daher zu befassen habe, und

3. Besprechung dieser letzteren Punkte zum Zweck,eine Einigung über dieselben zu erzielen und alsdannmit entsprechenden Vorschlägen an die vertretenenRegierungen sich zu wenden.

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