Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
298
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Ipek und Prisren umschließen. Graf Benckendorff be-zeichnet den Drin als Ostgrenze und will bei dernächsten Sitzung eine Karte vorlegen. Vorläufig er-klärte er, daß es unmöglich sei, ethnographisches Prin-zip bis zum äußersten durchzuführen, da dies zu un-möglichen Gebilden führen würde. Die allgemeineAnsicht ging dahin, daß auf Grund der ethnographi-schen Verhältnisse Abrundungen und Kompromissenotwendig seien. Beschlüsse wurden nicht gefaßt unddie nächste Sitzung für den zweiten Januar anberaumt.

Zum Schluß bat mich Sir E. Grey noch einmal, inBerlin dahin zu wirken, daß wir die österreichischeRegierung veranlassen, in der Frage Skutari Nach-giebigkeit zu zeigen. Diese Angelegenheit ist heutenicht verhandelt worden. Sir E. Grey meinte, er habebisher alles erreicht, was wir haben wollten, und eshabe ihm nicht geringe Mühe gekostet, es durch-zusetzen. Sollten sich aber in diesem Falle Schwie-rigkeiten ergeben, so sei er außerstande, uns wiederzu helfen, und genötigt, sich auf die andere Seite zustellen. Dasselbe hat er meinem italienischen Kol-legen auch noch einmal gesagt.

Beim Abschied sprach der Minister mir in warmenWorten seine Freude darüber aus, daß sich unsereBesprechungen so bewähren, und daß sich die all-gemeinen Beziehungen in den letzten Wochen sovielgünstiger gestaltet hätten. Lichnowsky.

AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG

London , 20. 12. 1912

B eim vorläufigen Abschluß der hiesigen Botschafter-besprechungen glaube ich hervorheben zu müssen,daß der günstige Eindruck, den ich während meinerbisherigen hiesigen Tätigkeit von der Haltung der