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1 (1927)
Entstehung
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dazwischen treten, sich weiter entwickeln wird. DieHaltung, die die maßgebenden hiesigen Persönlich-keiten mir gegenüber ausnahmslos eingenommenhaben, und die Stimmung im britischen Publikumweisen darauf hin, daß der Wunsch, mit uns inungetrübter Harmonie zu leben, ein auf-richtiger und allgemein empfundener ist.

Man wird mir vielleicht entgegenhalten, daß dieenglischen Rüstungen zur See mit ihrer unausbleib-lichen Agitation gegen den deutschen Feind auf eineandere Richtung der britischen Politik hinweisen, daßwieder neue Forderungen bevorstehen, und daß dieZugehörigkeit des britischen Reiches zu einer Gruppe,die uns, gering gesagt, abhold gestimmt ist, ein wenigerrosiges Bild der auswärtigen Richtung der britischenPolitik erkennen lassen.

Ich beabsichtige nicht, hier in alle Einzelheiten derFlottenfrage hineinzusteigen, um so mehr als die-selben ja hinlänglich bekannt und erörtert sind. Fürmich aber liegt es auf der Hand, daß es für das bri-tische Reich, das auf die ausländische Zufuhr an-gewiesen ist, unerläßlich erscheint, in der Lage zusein, seine Lebensadern, das heißt seine Zufuhrwege,gegen alle Möglichkeiten zu schützen, und daß dasAnwachsen der deutschen Seemacht als willkomme-ner Anlaß benutzt wird, um Flottenforderungen zu be-gründen. Die Weltmachtstellung Großbritanniens stehtund fällt mit seiner Übermacht zur See, und wirwürden, falls wir die Verantwortung hätten, für dieGeschichte des britischen Reiches, diese Übermachtsicherlich mit derselben Fürsorge zu erhalten suchen,wie dies die britischen Minister anstreben.

Was schließlich die sogenannte Ententepolitik be-trifft, so glaube ich, daß ihre Festigkeit in direkterAbhängigkeit steht von der Wärme der Beziehungen

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