Englands zu uns, und daß das einzige Mittel, das esgibt, um diese Freundschaft zu lockern, darin besteht,daß wir den Engländern gegenüber ihreEntentefreundschaften nach Tunlich-keitignorierenundfernerauchallesmög-lichst vermeiden, was hier zu Mißtrauenund Unruhe Veranlassung geben könnte.Der Tag, an dem England sich mit Frank-reich und Rußland formell entloben unduns reumütig in die Arme sinken wird,wird niemals kommen, es sei denn, daßwir geschlagen werden. Die Mächtigstenhaben zu allen Zeiten in einem gewissen Gegensatzgestanden, und namentlich hat England durch denganzen Lauf seiner Geschichte jede kontinentaleÜbermacht nur unwillig ertragen, bezw. dieselbe, wennsie sich zur Alleinherrschaft auszugestalten drohte, be-kämpft. Es wird daher zur Wahrung seiner Sicher-heit und seines Einflusses im übrigen Europa dafürsorgen, daß ein gewisser „balance of power" besteht,ein Gegengewicht gegen eine gewisse Machtgruppe,und wird unter allen Umständen seineschützende Hand über Frankreich halten.Man achtet uns hier, man schätzt, man überschätztuns vielleicht, und aus diesem Gefühle, das man mit-unter geneigt wäre, Furcht zu nennen, geht das Be-streben hervor, uns einzuengen, nicht aber die Lust,uns zu bekriegen. Dazu sind die gemeinsamen In-teressen zu groß, die wirtschaftlichen Verbindungenzu eng und bedeutend, die materiellen Verluste selbsteines siegreichen Krieges zu empfindlich. Dazu ist manhier auch zu bequem geworden, das Volk ist friedliebendund liebt es, in seinen täglichen Gewohnheiten nichtgestört zu werden. Ein Krieg mit uns wäre da-her durchaus nicht populär, er würde aber
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