Angst, daß etwa die Italiener doch noch auf den Ge-danken kommen könnten, sich auf einer derselbenfestzusetzen. Es wurde auch die Anregung be-sprochen, den Türken den Besitz einiger Inseln imFalle der Nachgiebigkeit in Aussicht zu stellen, undman kam dahin überein, daß es unmöglich sei, sichbei der Kürze der Zeit über diese Frage zu einigen.
Von den verbündeten Kollegen wurde der Gedankeeines Druckes in Sofia zugunsten Rumäniens vor-gebracht und von mir unterstützt. Der Gedanke wurdevon der anderen Gruppe durchaus nicht bekämpft,aber einigermaßen lau vertreten, doch glaube ich, daßalle eintretendenfalls für freundschaftliche Vorstellun-gen in Sofia zu haben sein werden.
Graf Benckendorff brachte hinsichtlich Inseln nochin Ergänzung der neulichen Klausel die nachstehendeBedingung vor: „die Souveränität oder die Besetzungkeiner anderen Macht abzutreten."
Nächste Sitzung Donnerstag nachmittag,
Lichnowsky.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 8. 1. 1913
H alte italienischen Standpunkt in der Inselfragefür völlig aussichtslos, da hiesige Regierung ent-schlossen ist, in dieser Frage nicht nachzugeben undInseln den Griechen zu überlassen. Befürchtungen desMarquis di San Giuliano erscheinen mir, wie gesagt,auch sehr übertrieben. Habe Grund zur Annahme, daßbritische Regierung von uns in dieser Frage Entgegen-kommen erwartet. Dafür will, wie ich vertraulich er-fahre, Sir E. Grey versuchen, in Petersburg eine fürÖsterreich annehmbare Lösung der Skutarifrage zuerreichen.
Genaue Formulierung der Note soll unter Berück-
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