sehen Bank erteilen würden. Er habe bisher denGrundsatz verfolgt, es sei den britischen Finanzinsti-tuten zu überlassen, auf eigene Gefahr vorzugehen.Sowohl bei Japankrieg wie bei jetzigem habe er sichstreng hieran gehalten. Nun aber entstände die Frage,ob man vor befriedigender Erledigung des Streites umAdrianopel der Türkei Geld geben solle. Andererseitsaber sei es bedenklich durch Versagen der nötigenMittel den Zusammenbruch der türkischen Verwaltungdes Zolldienstes pp. zu verschulden.
Dann erzählte mir der Minister, daß in der heu-tigen Kabinettssitzung die Stimmung noch viel ener-gischer zugunsten einer radikalen Lösung der Insel-frage erschienen wäre, als sie schon bei ihm selbstbestand. Seine Kollegen wollten absolut nichts voneiner etwaigen gewaltsamen Verhinderung des An-schlusses der autonomen Inseln an Griechenland wissen, noch weniger aber von einer Preisgebung derBevölkerung an die türkischen Truppen; auch fürchtetman sich vor höfischen Scherereien, verursacht durchdie Verwandtschaft der griechischen Königsfamilie,Das britische Kabinett wolle daher unter keinen Um-ständen) von einer Wiederholung der Kretafrage ineiner neuen Form etwas wissen.
Ich werde natürlich den Schritt meines italie-nischen Kollegen, der bisher noch immer ohne Wei-sungen war, unterstützen, halte es aber für meinePflicht, nochmals darauf hinzuweisen, daß ich ihn fürvöllig aussichtslos erachte. Auch sagte Sir E. Grey, erwolle mit Marquis Imperiali sprechen beziehungsweisedurch Sir Renneil Rodd*) mit Marquis di San Giulianoreden lassen, um die Bedenken des italienischen Ka-binetts zu zerstreuen. Dieselben seien vornehmlichauf die Haltung des „Temps " und anderer franzö-
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