von neuem, daß unsere Interessen, falls es jemals zurZerlegung Kleinasiens kommen sollte, jedenfalls Be-rücksichtigung finden müßten. Lichnowsky.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 3. 7. 1913
S ir E. Grey sagte mir soeben, er stimme vollkommenden Ansichten zu, die der Herr Staatssekretär SirE. Goschen gegenüber ausgesprochen, und werde auchseinerseits bestrebt sein, die auf dem Balkan neu aus-gebrochenen Feindseligkeiten örtlich zu beschränken.Vor allem sei es wünschenswert, daß Österreich-Un-garn fortfahre, sich Zurückhaltung aufzuerlegen, undnicht einerseits eingriffe, da dies sonst die Ein-mischung Rußlands nach sich ziehen würde. Öster-reichs Haltung in letzter Krise habe leider, ob mitRecht oder Unrecht, könne er nicht feststellen, denVerdacht wachgerufen, daß es Bulgarien in seinerHaltung Serbien gegenüber ermutige. Beigetragen zudiesem Eindruck habe namentlich die Weigerung desWiener Kabinetts, sich den Schritten anzuschließen,die in Sofia zur Abrüstung auffordern sollten.
In obigem Sinne habe er auch mit den französi-schen Staatsmännern unterhandelt und bei ihnen Be-reitwilligkeit gefunden, sich strengste Zurückhaltungaufzuerlegen. Lichnowsky.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 7. 7. 1913
B ei der heutigen Sitzung erklärte Sir E. Grey, dieEreignisse auf dem Balkan zwängen die Mächtedazu, zu den dortigen Vorgängen erneut Stellung zunehmen, und es entstünde wieder die Frage, ob eineEinmischung angezeigt erscheine. Soweit er bisher
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