daß bulgarische Wünsche im Spiele sind. Vertraulicherfahre ich allerdings, daß die nachträglichen Be-denken der österreichischen Regierung darauf zurück-zuführen sind, daß Graf Mensdorff im Drange der Ge-schäfte und aus Versehen die Zustimmung seiner Re-gierung zu dem bewußten Übereinkommen zu frühabgegeben hat und so nicht in der Lage war, gewissenBedingungen und Bedenken Rechnung zu tragen.
Nachstehend der vereinbarte Sitzungsbericht:
„Nachdem der französische Botschafter vor-geschlagen hatte, die der serbischen Regierung ab-zugebende Erklärung über die internationale Eisen-bahn zu besprechen, sagt Sir Edward Grey , daß esnotwendig sei, die am 17. Dezember angenommeneErklärung zu bestätigen, und daß dies eine Ehren-frage für die Mächte sei.
Der österreichisch-ungarische Botschafter sagt, essei notwendig, Aufklärungen über gewisse Punkte zuerlangen, die in dieser Erklärung nicht definiertwurden. ~;-p
Nach einer kurzen Diskussion regt Sir EdwardGrey an, die österreichisch-ungarische Regierungkönnte sagen, wenn sie der Erneuerung der Erklärungzustimmte, wünsche sie festgestellt zu wissen, daß imFalle eines Krieges zwischen Serbien und Österreich-Ungarn diese letztere Macht das Recht haben soll,durch ihre Seestreitkräfte die Einführung von Kriegs-material durch den neutralen Hafen zu verhindern.
Der österreichisch-ungarische Botschafter kündigtan, daß er diese Anregung seiner Regierung über-mitteln werde, und sagt, nach seinen Anweisungenkomme, es der Botschafterversammlung zu, sich überdie in dem Meinungsaustausch zwischen der russischenund der österreichischen Regierung, dessen Tenor derVersammlung mitgeteilt werden wird, ins Auge ge-