Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
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die Mächte bei der Regelung des allgemeinen Schick-sals der Inseln des Ägäischen Meeres ihre Ansichtüber die Notwendigkeit, soviel als möglich die Inter-essen und das Prestige der Türkei zu wahren, teilenwerden."

Ich betonte gemäß der mir erteilten Weisung, daßwir in der Inselfrage nach Möglichkeit für Wahrungder türkischen Rechte eintreten werden und daherunbedingt die beiden den Dardanellen vorgelagertenInseln Imbros und Tenedos der Türkei erhalten möch-ten. Was Chios und Mythilene beträfe, so würden wirim Prinzip auch geneigt sein, diese Inseln der Türkei zu belassen, müßten aber auf alle Fälle auf ihrer Neu-tralisierung bestehen, falls sich der Anschluß an Grie-chenland aus dem Gang der Verhandlungen ergebensollte. Da unsere Verbündeten wünschten, die Insel-frage mit der südalbanischen in Verbindung zu brin-gen, so wollten wir deren Wünsche auch in dieserFrage unterstützen. Ich vermied es aber, mich aufEinzelheiten über die Abgrenzung Südalbaniens ein-zulassen, da mir hierüber bestimmte Weisungen nichtzugegangen sind.

Sofort wiederholte mein italienischer Kollege, vonGraf Mensdorff lebhaft unterstützt, daß Phtelia undKoriza für seine Regierung die Säulen des Herkulesbedeuteten, über die sie nicht hinausgehen könnte.Auf diese mit großer Bestimmtheit wiederholte Er-klärung richtete Sir Edward Grey an Marquis Im-periali die Frage, was seine Regierung zu tun gedenke,wenn die Griechen sich weigerten, Südalbanien zuräumen, worauf dieser entgegnete, Italien werde als-dann die besetzten Inseln nicht räumen und unterUmständen sogar die Räumung Südalbaniens mitWaffengewalt erzwingen.

Graf Benckendorff 'verhielt sich sehr zurück-

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