Druckschrift 
1 (1927)
Entstehung
Seite
352
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Italiener zu veranlassen, ihre mit solcher Bestimmt-heit gekennzeichneten Auffassungen preiszugeben.

Sollte ich in der nächsten Sitzung befragt werden,wie wir uns zu der Frage einer etwaigen Anwendungvon Gewalt gegen Griechenland stellten, so werde ichwohl am besten ausweichend antworten, wir könntenuns auf diese Frage nicht festlegen, ohne zu den ge-faßten Beschlüssen Stellung genommen zu haben, undwürden es wohl äußerstenfalls unseren Bundesgenossenüberlassen, allein oder selbständig vorzugehen.

Ich glaube, daß die griechische Regierung einekräftige Unterstützung ihrer Wünsche an der alba-nischen Küste kaum zu gewärtigen hat, da Rußland eswohl nicht mit Italien verderben will und Herr Cam-bon mit keinem Worte mehr das Kap Kephali erwähnthat, sondern den Hauptnachdruck auf Koriza legt,also im Innern eine Entschädigung für Griechen-land sucht. Sir Edward Grey wird vermutlich be-strebt sein, auf dieser Grundlage und in Verbindungmit der Inselfrage eine Vereinbarung zustande zubringen, es aber nachher vielleicht Österreich undItalien überlassen, gemeinsam vorzugehen. Das Be-strebenitalien zu schonen, undes womög-lich dem Dreiverband näherzubringen,tritt zweifellos hervor, und dürften auch wohl unserebekannten griechischen Sympathien dabei kräftig aus-genutzt werden.

Nachstehend der vereinbarte Bericht:

Auf den Vorschlag des österreichisch-ungarischenund des italienischen Botschafters betreffs der süd-lichen Abgrenzung Albaniens sagt Sir Edward Grey, daß er sich keiner Abmachung anschließen könne, ohnebereit zu sein, sich an Maßnahmen zu beteiligen, umsie zwangsweise durchzuführen, und ohne zu prüfen,ob sie Griechenland mit Gewalt auferlegt werden