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Fort mit Erzberger! / von Karl Helfferich
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ruhten nicht zum wenigsten darauf, daß der damalige bayerische Ministerpräsident Graf Hertling , wie er mir am 11. Mai1916 sagte, von dem Abgeordneten Erzberger die Mitteilung er-halten hatte, jedes Zugeständnis in der Vermö-gensbesteuerung wäre unnötig, wenn nurHelfferich mehr Festigkeit zeigte. Der jetzigeVizepräsident der Nationalversammlung, Herr ConradHaußmann , schrieb mir damals:Ihnen und wirklichIhnen persönlich ist es gelungen, den hochbeladenenHenwagen der Steuergesetze durch das Scheunentor des Kom-promisses zu führen."

5. Angesichts dieses Sachverhalts wagte Herr Erzhergergestern in der Nationalversammlung die Behauptung:Staats-sekretär Helfferich hat sich jeder ordentlichen Steuergesetzgebung,namentlich der Kriegsgewinnsteuer widersetzt, sie glatt ab-gelehnt" Herr Erzberger hat mit dieser Behauptung wiedereinmal bewußt das Gegenteil der Wahrheitgesagt. 5 ^ 5

Eine Antwort des Herrn Erzberger auf diese Feststellung er-folgte nicht.

XI.

DasReichsnoiopfer" und Herr Erzberger.

(Helfferich in derKreuz-Zeitung " vom 21. Juli.)

Das Gesetz über die große Vermögensabgabe wird, einerlei,in welcher Form es schließlich zustande kommen mag, in dieHände des für seine Durchführung zuständigen Reichsfinanz-ministers eine Macht über die privaten Vermögensverhältnisseeines jeden einzelnen legen, wie sie niemals einer Regicrungs-gewnlt zustand. Eine solche Macht darf im öffentlichen Inter-esse nur in die Hände eines Mannes kommen, in dessenfleckenlose und untadelige Korrektheit ein all-gemeines und unbedingtes Vertrauen besteht.Zu Herrn Erzberger hat ein großer Teil des deutschenVolkes, ich glaube sagen zu können, bis weit hinein in die Reihenseiner eigenen Partei, dieses Vertrauen nicht. Auch ich kannHerrn Erzberger ein Recht auf dieses Vertrauen nicht zugestehen.

Es handelt sich hier für mich nicht um die reichszerstörende