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Fort mit Erzberger! / von Karl Helfferich
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1. Am 31. März 1917 schreibt Kaiser Karl vonÖsterreich den bekannten Brief an den Prinzen vonParma, er möge mit Poincar 6 und Lloyd George zur Vorbereitung einer Friedensaktion Fühlung nehmen unddabei Herrn Pmncarö sagen, daß ermit allen Mitteln und unterAufbietung allen seines persönlichen Einflusses" bei dem deutschenKaiser diegerechten französischen Ansprücheauf Elsaß-Lothringen" unterstützen wevde.

2. In der ersten Aprilwoche sind Kaiser Karl und KaisennZita mit dem Grafen Czernin im deutschen Großen Hauptquar-tier. Bei dieser Gelegenheit wird der erste Versuch ge-macht, das unbesiegte Deutschland , dessen Aussichten auf einenehrenvollen Frieden durch den Ausbruch der russischen Revo-lution gewachsen waren, zum Verzicht auf Elsaß-Lot hringenzu bewegen. Der Versuch findet keine Gegen-liebe, um so weniger, als Kaiser Karl gleichzeitig die Desig-nierung des Erzherzogs Karl Stephan zumKönig von Polen betreibt!

3. Am 14. April kommt der Wiener Hof auf seinen Versuchzurück, Deutschland zum Verzicht auf Elsaß-Lothringen zu ver-anlassen. Diesmal ist es der Im m e di a tb e r i ch t desGrafen Czernin an seinen kaiserlichen Herrn, der alsSturmbock dient und den ein Kurier des österreichischen Kaisersins deutsche Hauptquartier bringt.

4. Acht Tage später ist Herr Erzberger inWien , im Auftrage des Reichskanzlers, wie er behaupter,ohne Auftrag des Reichskanzlers, wie Herr von Bethmannund der Wiener Botschafter Graf Wedel behaupten.Er wird von Kaiser Karl empfangen und erhält vondiesem, was Herr Erzberger schamhaft verschweigt, ohneWissen des Grafen Czernin ! den CzerninschenJmmediatbericht. Mit dem Jmmediatberichtin derHand treibt von Stunde an Herr Erzbergermit der ihm angeborenen gedankenlosen Geschäftigkeit im Effekthabsburgische Politik.

5. Graf Czernin sieht gleichfalls in Erzbergereine geeignete Persönlichkeit, um den deutschen Willen zumWiderstand zu zermürben und uns zu einem Abtretungs-frieden reif zu machen: er tritt durch einen Freund in Berlin