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etait pret ä discuter avec le Gouvernement russe la note ä laSerbie, memo quant au fond"). (Gelbbuch No. 121.)
Die österreichisch-ungarische Regierung hatte also am
30. Juli einen entscheidenden Schritt auf dem Wege derNachgiebigkeit getan, indem sie .die direkten Verhandlun-gen mit Russland wieder aufnahm und sich dabei bereiterklärte, in eine bisher hartnäckig verweigerte materielleDiskussion der an Serbien gerichteten Note einzutreten.Der Grund dieser entscheidenden Nachgiebigkeit Oesterreich -Un-garns, die für den Augenblick der Krise den akuten Charakternehmen musste, ergibt sich ohne weiteres, wenn man das deutscheWeissbuch heranzieht. Am 28. Juli hatte der Deutsche Kaiserdem Zaren telegraphiert:
„Eingedenk der herzlichen Freundschaft, die uns beide seitlanger Zeit mit festem Band verbindet, setze ich daher meinenganzen Einfluss ein, um Oesterreich-Ungarn dazu zu bestimmen,eine offene und befriedigende Verständigung mit Russland anzu-streben."
Und in dem Telegramm an den Zaren vom 29. Juli sagte derDeutsche Kaiser :
„Ich glaube, dass eine direkte Verständigung zwischen DeinerRegierung und Wien möglich und wünschenswert ist, eine Ver-ständigung, die — wie ich Dir schon telegraphierte — Meine Re-gierung mit allen Kräften zu fördern bemüht ist."
Der Kaiser fügte, wie hier gleich hervorgehoben sei, hinzu:„Natürlich würden militärische Massnahmen Russlands, die Oester-reich-Ungarn als Drohung auffassen könnte, ein Unglück beschleu-nigen, dass wir beide zu vermeiden wünschen, und würden auchmeine Stellung als Vermittler, die ich — auf Deinen Appell an meineFreundschaft und Hilfe — bereitwillig angenommen habe, unter-graben." ! ! ^ |? j
Dieser Zusammenhang wird bestätigt durch ein Telegramm SirEdward Greys an den englischen Botschafter in Petersburg vom
31. Juli (Blaubuch No. 110), laut welchem der deutsche Botschafterin London an Grey die Mitteilung machte, dass als Ergebnis einerAnregung der deutschen Regierung („as a result of suggestionsby the German Government") eine Aussprache in Wien zwischen