dem Grafen Berchtold und Herrn Schebeko stattgefunden habe, unddass der österreichisch-ungarische Botschafter in Petersburg in-struiert worden sei, sich mit dem russischen Minister des Aus-wärtigen in Verbindung zu setzen, diesem Aufklärungen über dasösterreichisch-ungarische Ultimatum an Serbien zu geben und alledie Österreich-ungarisch -russischen Beziehungen betreffenden An-regungen, und Fragen zu diskutieren. Sir Edward Grey fügte hinzu,er habe mit grosser Genugtuung von dieser Wiederaufnahme derdirekten Aussprache zwischen Oesterreich-Ungarn und Russland Kenntnis genommen.*)
Im Gegensatz zu den Behauptungen des französischen Gelb-buches, dass Deutschland in keinem Stadium in Wien ernsthaft zueinem versöhnlichen Entgegenkommen geraten habe, steht also fest,dass auf die Intervention des Deutschen Kaisers hin die öster-- #
*) Dieser Sachverhalt hat nach Abfassung und Veröffentlichung der oben-stehenden Darstellung eine jeden Zweifel ausschliessende Bestätigung erfahrendurch inzwischen erfolgte Mitteilungen des Reichskanzlers über den Meinungs-austausch zwischen Berlin und Wien .
Am 30. Juli hat der Reichskanzler auf Grund einer Mitteilung des deut-schen Botschafters in Petersburg, dass Oesterreich-Ungarn kategorisch jedendirekten Meinungsaustausch abgelehnt habe, folgende Instruktion an den deut-schen Botschafter in Wien telegraphiert:
„Die Meldung des Grafen Pourtales steht nicht im Einklang mit der Dar-stellung, die Eure Exzellenz von der Haltung der österreichisch -ungarischenRegierung gegeben haben. Anscheinend liegt ein Missverständnis vor, das ichSie aufzuklären bitte. Wir können Oesterreich-Ungarn nicht zumuten, mitSerbien zu verhandeln, mit dem es im Kriegszustand begriffen ist. Die Ver-weigerung jeden Meinungsaustausches mit St. Petersburg aber würde einschwerer Fehler sein. Wir sind zwar bereit, unsere Bundespflicht zu erfüllen,müssen es aber ablehnen, uns von Oesterreich-Ungarn durch Nichtbeachtungunserer Ratschläge in einen Weltbrand hineinziehen zu lassen. Eure Exzellenzwollen sich gegen Grafen Berchthold sofort mit allem Nachdruck und grossemErnst in diesem Sinne aussprechen."
Herr von Tschirschky meldete darauf am 30. Juli:
„Graf Berchtold bemerkte, es liege in der Tat, wie Eure Exzellenz an-nehmen, ein Missverständnis, und zwar auf russischer Seite, vor. Nachdem erauch schon durch Graf Szapary — den österreichisch-ungarischen Botschafterin St. Petersburg — von diesem Missverständnis Meldung erhalten und gleich-zeitig unsere dringende Anregung erfolgt sei, in Konversation mit Russland einzutreten, habe er Graf Szapary sofort entsprechende Instruktionen erteilt.*(Reichstagsrede des Reichskanzlers vom 19. August 1915).
Der Reichskanzler hat seinem Schritt bei der Wiener Regierung weitertnNachdruck gegeben durch nachstehendes Telegramm:
„Falls die österreichisch -ungarische Regierung jede Vermittlung ablehnt,stehen wir vor einer Konflagration, bei der England gegen uns, Italien undRumänien allen Anzeichen nach nicht mit uns gehen würden, sodass wir mitOesterreich-Ungarn drei Grossmächten gegenüberstünden. Deutschland würde