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Opfers und von der schweren Belastung, die sich in der Ziffervon 10 Milliarden, wie sie niemals von einem Parlament der Weltverlangt worden ist, ausdrückt; aber wir sind ebenso stark durch-drungen von der Ueberzeugung, dass kein Opfer zu gross undkeine Last zu schwer sein kann, wenn es sich um unser Ein undAlles, wenn es sich um den Bestand und die Grösse unseres Vater-landes handelt.
So schwer die 10 Milliarden und aber 10 Milliarden wiegen,das schwerste Opfer sind sie leider nicht; das schwerste Opferist das gute deutsche Blut, das die Blüte unserer Jugend undManneskraft draussen vor dem Feinde vergiesst, ohne Murren undohne Verzagen in der Selbstverständlichkeit einer heiligen Pflicht-erfüllung.
Meine Herren, vor diesem Opfermut können wir Daheimge-bliebenen, denen es nicht vergönnt ist, mit den Brüdern draussenNot und Tod, Kampf und Sieg zu teilen, uns nur still verneigen.Wir können uns nur geloben, dass alles, was an* unsliegt, geschehen soll und getragen werden soll, um den Heldendraussen ihre Aufgabe und ihr Los zu erleichtern und die Früchteihres Heldentums zu sichern.
Meine Herren, das geringste, was wir nach dieser Richtungtun können — und ich sage das als Leiter der Reichsfinanzver-waltung —, ist die Bewilligung der Mittel, die für die Fortführungdes Krieges unbedingt notwendig sind.
Aber, meine Herren, mit der Bewilligung allein ist es nichtgetan. Ihr Beschluss, die 10 Milliarden zu bewilligen, legt die10 Milliarden dem Deutschen Reich nicht als Ostergeschenk aufden Tisch des Hauses nieder. Ihre Bewilligung bedeutet im Grundegenommen nicht mehr als die Autorisation für die Regierung, denvon Ihnen bewilligten Betrag im Anleihewege flüssig zu machen,und deshalb, meine Herren, möchte ich einen dringenden Appellan Sie richten: begnügen Sie sich nicht mit dem stolzen Gefühl,die Mittel bewilligt zu haben, beteiligen Sie sich auch an derAufbringung nicht nur nach Ihren eigenen finanziellen Kräften —das nehme ich als selbstverständlich an —, sondern beteiligenSie sich an der Aufbringung dadurch, dass Sie als gewählteVertreter des deutschen Volkes in denjenigen Kreisen, die Ihnen