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Frankreich unbestreitbar überlegen. Der Reichtum, dem wir denErfolg verdanken, ist nicht etwa nur die Summe von geldwertenErsparnissen. Er umfasst vielmehr unseren gesamten wirtschaft-lichtechnischen Apparat, er besteht vor allem in der lebendigenArbeitskraft unseres Volkes, die im Krieg und für den Krieg wirktund schafft. Was der Krieg verzehrt, das ist nicht etwa unserStock rollenden Geldes; das ist die Summe von Kriegsmaterialund Unterhaltsmitteln, die unser Volk — Gott sei Dank auf eigenemBoden — in Anspannung aller Energie stets aufs neue gewinntund erzeugt. Das Geld wird dabei gebraucht, aber nicht ver-braucht. Das Geld steht hier ähnlich wie die Eisenbahnen, dieunseren Truppen die zum Leben und Kämpfen notwendigen Dingezuführen. Wie die Eisenbahnwagen wohlgefüllt zu den Frontenhinausrollen und dann wieder nach den heimatlichen Arbeits-stätten zurückkehren, so rollt das Geld aus der Reichskasse hinausbei der Bezahlung der Kriegsausgaben, und so kehrt es zurück,muss es zurückkehren im Wege der Einzahlung auf die Kriegs-anleihen. Ein wohlgeordnetes und gut funktionierendes Geld- undFinanzwesen ist für die Durchführung des Krieges ebenso wichtigwie ein leistungsfähiges Eisenbahnsystem. Aber auch das besteEisenbahnsystem hilft nichts, wenn nichts zum Transportierenda ist, und das beste Geldsystem muss versagen, wenn die Arbeitdes Volkes nicht die Dinge schafft, die zum Leben und Krieg-führen notwendig sind. Wo das Geld über die Grenzen rollt,um draussen durch Ankauf von Kriegsmaterial und Nahrungs-mitteln die mangelnde innere Erzeugung zu ergänzen, da rollt esnicht so leicht zurück, da treten die Stockungen ein, die wir beiunseren Gegnern beobachten. Darum, meine Herren, mögen unsereFeinde ihre Geldmaschine reparieren und dabei noch so sehrauf unser Vorbild schauen; nutzen wird ihnen das erst, wenn sieuns die Leistungsfähigkeit unserer Landwirtschaft und unsererIndustrie, wenn sie uns in allen lebenswichtigen Produktions-zweigen unsere Unternehmer und unsere Arbeiter nachmachen;und das können sie nicht. Das können sie so wenig, wie sie unsunser Heer nachmachen können, denn dazu gehört eben dochetwas mehr als die aus der Not des Augenblicks geborene Einsicht.Dazu gehören Generationen langjähriger Schulung und Zusammen-