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Welches nun die künftigen Steuersätze sein werden, ist einenaheliegende Frage. Aber leider kann ich auf diese Frage heutenoch keine Antwort geben. Hierüber sind die Erwägungen nochim Gange, und hierzu haben die verbündeten Regierungen nochkeine endgültige Stellung genommen. Ich glaube aber, sagen zukönnen, dass die Sätze, wie ich vorhin schon erwähnte, unterallen Umständen ganz erheblich über das Mass der normalenEinkommens- und Vermögensbesteuerungssätze, über die Sätze,an die wir bisher gewohnt waren, hinausgehen werden; und ichglaube, ferner sagen zu können, dass wir Ihnen voraussichtlichnicht, wie England und die englische Regierung es getan haben,einen einheitlichen Satz für alle Gewinne, grosse und kleine,vorlegen, sondern in Anlehnung an unser bisheriges bewährtesSystem Sätze, die nach der Grösse der Kriegsgewinne gestaffeltwerden.
Nun, meine Herren, hätten Sie es vielleicht vorgezogen, jetztschon die endgültige Vorlage über die Kriegsgewinnbesteuerungzu bekommen. Ich kann Ihnen das nachfühlen. Auch ich hättelieber gleich ganze Arbeit gemacht und Ihnen das endgültige Gesetzvorgelegt. Ich weiss, dass man eine Aeusserung, die ich im Augustdieses Jahres in diesem hohen Hause getan habe, nicht überallrichtig verstanden hat. Ich habe damals, im August dieses Jahres,als ich von der Notwendigkeit eines Aufschubs sprach, nicht vonder Feststellung des Steuergesetzes, sondern ganz ausdrücklichvon der Erhebung der Steuer gesprochen. Ich habe nach demstenographischen Bericht ausdrücklich hinzugefügt: ich unter-streiche das Wort „Erhebung". Der Erhebung muss natürlichvorausgehen erst einmal die Steuerveranlagung und noch früherdie Einbringung und Verabschiedung der Steuergesetze. Dasbraucht seine Zeit, und daran haben wir selbstverständlich auchgedacht. Seit Monaten befindet sich die Angelegenheit in inten-siver Bearbeitung. Aber ich glaube, Sie werden sich bei demFortgang der Beratungen überzeugen, dass die an sich so einfachaussehende Idee der Kriegsgewinnbesteuerung doch in der Durch-führung eine recht verwickelte und schwierige und recht ver-antwortungsvolle Sache ist. Wir greifen hier, namentlich wennwir auf hohe Steuersätze kommen, sehr tief in das gesamte Wirt-schaftsleben ein, in das Wirtschaftsleben, das jetzt während des