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Reden und Aufsätze aus dem Kriege / Helfferich
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hoben werden kann. Mir will scheinen, dies ist eine Inanspruch-nahme der direkten Besteuerung durch das Reich, die für sichallein schon ganz ohne Rücksicht auf die Massnahmen derEinzelstaaten und Kommunen ein sehr kräftiges Gegengewichtgegen die Heranziehung der indirekten Steuern, die wir Ihnenvorschlagen, bildet und als ein solches Gegengewicht angesehenwerden muss. Ich bin mit den verbündeten Regierungen der Mei-nung, dass wir mit der Ausgestaltung dieser Steuer, mit der Höheder Sätze in der Tat bis an die Grenze dessen gegangen sind,was wir gegenüber unserer wirtschaftlichen Zukunft noch ver-antworten können. (Zuruf: Na, na!) Meine Herren, Sie sagen:Na, nal" Wenn Sie diesen hohen Sätzen, die bei der Kriegs-gewinnsteuer erhoben werden, die anderen Belastungen, die dasEinkommen treffen, die vielfachen Doppelbesteuerungen hinzu-schlagen und sich die Rechnung aufmachen, so werden Sie, wennSie auf dem Boden unserer Gesellschaftsordnung stehen, wohlzu demselben Resultat kommen wie ich.

Meine Herren, wenn neben der Kriegsgewinnsteuer anderedirekte Steuern nicht in Betracht kommen, so bleibt uns fürdas Reich das Gebiet der Verbrauchs- und der Verkehrsbe-steuerung.

Bei (unserem Vorgehen auf diesem Gebiete haben wir uns vorallem von dem Grundsatz leiten lassen, dass eine Belastung dernotwendigsten Lebensbedürfnisse von vornherein ausgeschlossennotwendigsten Lebensbedürfnisse von vornherein ausgeschlos-sen sein soll. Dass das geschehen würde, habe ich bereits im De-niemand wird bestreiten können, dass unsere Steuervorlagen dieseZusage wahr gemacht haben. Meine Herren, das liegt ja in derRichtung der gesamten Politik, die wir hinsichtlich des Lebens-unterhalts der Bevölkerung während des Krieges verfolgt haben.Wir haben es in dieser Beziehung gewiss schwerer als unsereGegner, denen die Zufuhr aus allen Teilen der Welt weit offensteht. Trotzdem haben wir das kann nicht oft genug wieder-holt und stark genug unterstrichen werden von allen krieg-führenden Ländern die niedrigsten Brotpreise und Kartoffelpreise,und ich setze hinzu, auch die niedrigsten Zuckerpreise. Dasswir uns diesen Erfolg durch keine Steuerpolitik verkümmern

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