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ten auch, ein anderes vermeiden zu müssen. Wenn der beste Fall,von dem ich vorhin sprach, eingetreten wäre, so hätten wir indiesem Hause bis zur dritten Lesung um Zufallsmajoritäten jinden wichtigsten Fragen gekämpft und kämpfen müssen. Ich weissnicht, ob die Herbeiführung einer solchen Situation oder dasGeschehenlassen, dass eine solche Situation entsteht, mit unsererGesamtlage im Einklang steht. Auch diese Frage glaube ich ver-neinen zu müssen, und auch diese Erwägungen waren für die Ent-schliessung der verbündeten Regierungen mitbestimmend.
Ich verstehe sehr wohl, dass einzelne von den Herren Mit-gliedern dieses hohen Hauses — abgesehen von der äusserstenLinken —, dass speziell einige Mitglieder der Fraktion des HerrnAbgeordneten Grafen Westarp sich nicht entschliessen konnten,das Opfer zu bringen, das in der Zustimmung zu dem Kompro-missvorschlage liegt. Aber eins darf ich zu bedenken geben:diejenigen Herren, die heute dem Kompromissvorschlage nicht zu-stimmen, dürfen das in dem ruhigen Bewusstsein tun, dass dadürchdas Zustandekommen der Vorlagen nicht mehr gefährdet wird.Für die verbündeten Regierungen lag die Sache anders. Wieich mir auszuführen erlaubt habe, war für uns die Frage mass-gebend, ob wir einen Entschluss fassen wollen, der, wie dieDinge lagen, nach aller Voraussicht zu einem Scheitern oder zueinem Verkrüppeln der gesamten Vorlagen geführt hätte. Die ganzeSchwere des Entschlusses lag bei uns, und ich glaube, die über-wiegende Majorität, die sich auf den Kompromissvorschlag zu-sammengefunden hat, bestätigt, dass die verbündeten Regierungenmit ihrem Entschluss, so schwer er ihnen geworden ist — under ist ihnen sehr sauer geworden —, das Richtige getroffeinhaben.
Meine Herren, das Kompromiss in seiner Struktur ist Ihnenbekannt. Es hat ja manchen Spott und sehr wenig Gegenliebegefunden, aber wenn Sie die Gestaltung der Dinge, so wie siesich unter Ihrer aller Augen vollzogen hat, überlegen, so werden Siefinden, dass dieser Ausweg nicht der schlechteste ist. Der Wehr-beitrag, wie er in der ersten Lesung in der Kommission, aller-dings unter Vorbehalt, angenommen war, da die Mitglieder einerFraktion erklärten, ihre Abstimmung sei keine definitive, sie wollten