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Reden und Aufsätze aus dem Kriege / Helfferich
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der Portofreiheit der Feldpost besteht. Das ist ein Vorteil, vondem gerade die grossen Massen der Bevölkerung in weitestemUmfange Gebrauch machen können und tatsächlich Gebrauchmachen. Diejenigen Schichten unserer Volkswirtschaft, die stärkerbetroffen werden durch die Posterhöhungen, Telegraphenerhöhun-gen usw., haben, das muss ich zu ihrem Ruhme sagen, diese Lastals etwas Notwendiges und geradezu etwas Selbstverständlicheshingenommen. Ich bin doch überschwemmt worden mit Vor-schlägen. Aber ich kann nicht sagen, dass ich gerade aus denkaufmännischen Kreisen heraus, die in erster Linie doch die Lastzu tragen haben, Proteste gegen diese Belastung bekommen hätte.Angenehm ist die Belastung niemandem. Das kann man nichtverlangen, und das verlange auch ich nicht, dass jemand ein freund-liches Gesicht macht, wenn er mehr bezahlen muss. Aber jeder-mann hat anerkannt, dass dem Reiche werden muss, was desReichs ist, und dass jeder nach seinen Kräften beitragen muss,um die grossen Lasten abzudecken, die der grosse Krieg unsauferlegt.

Dasselbe gilt von dem Frachturkundenstempel. Da braucheich keine weiteren Worte zu machen. Er ist ja auch in der Kom-mission so gut wie gar nicht angefochten worden.

Vom Tabak brauche ich nichts weiter zu sagen.

Aber zu dem Umsatzstempel gestatten Sie mir ein etwasausführlicheres Wort! Dieser Umsatzstempel ist ja gerade vonden Vertretern der äussersten Linken sehr schwer befehdet wordenund wird in der Presse noch befehdet und wird auch in Zukunftweiter befehdet werden. Ich habe schon in der Kommission mirauszuführen erlaubt, wir haben ihn nicht vorgeschlagen, ierist aus der Kommission vorgeschlagen worden; ich habe dasausdrücklich anerkannt, ich bin nicht eigensinnig, aber dieOpposition gegen den Umsatzlstempel begegnete bei mir dem aller-wenigsten Verständnis. Sie werfen den indirekten Steuern vor,dass sie die einzelnen ohne Rücksicht auf die Leistungsfähigkeittreffen, und das ist ja, wenn man jede einzelne indirekte Spezial-steuer für sich allein nimmt, in einem gewissen Umfange richtig.Wenn aber für eine indirekte Steuer dieser Vorwurf nicht geltenkann, so gilt das von der indirekten Generalsteuer, die der Um-