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einer Aufteilung dieser beiden Materien nach verschiedenen Aem-tern die Sache nach meiner Ansicht zu kurz kommen müsste.
Wenn wir zwei oder drei Staatssekretäre hätten, die sichin diese Materien teilten, von denen jeder direkt dem Reichskanzlerunterstellt wäre, dann wäre die notwendige Folge die, dass die Her-stellung dieses Zusammenhangs, von dem ich eben sprach, die Abwä-gung der verschiedenen Interessen, von dem heutigen Staatssekretärdes Innern wegverlegt werden würde auf den Reichskanzler. Ichhabe mich im Ausschuss kurz dahin ausgedrückt, der Reichs-kanzler müsste zu seinen heutigen Geschäften noch hinzu ungefährdas werden, was heute der Staatssekretär des Innern ist. Daskann der Reichskanzler nicht, das kann auch der stärkste Mannnicht. Die Aufgabe wäre zu gross für einen Mann. Deswegenwird auch in Zukunft nach meiner Ansicht ein Versuch, dasReichsamt des Innern auseinanderzulegen in verschiedene selb-ständige Aemter, auf die grössten sachlichen Schwierigkeitenstossen.
Auf der andern Seite gebe ich Ihnen zu, dass der Arbeitskreis,den mein Amt zu bewältigen hat, ein ausserordentlich grosser ist.Aiier ich kann nur sagen, es gibt keine Arbeit, die so gross ist,dass sie nicht von einer Stelle geleitet werden könnte, wenndieser Stelle einmal das notwendige Personal, ausreichend in derAnzahl, ausreichend in seiner Eignung, zur Seite steht, und wennzweitens die Arbeitsverteilung eine zweckmässige und vernünftigeist. Wenn das der Fall ist, kann man mit jeder Arbeit, undwenn sie noch so gross und ausgedehnt ist, fertig werden. Mitdas wichtigste Geheimnis bei jeder Organisation ist, dass dieArbeitsverteilung so gegliedert wird, dass die Spitzen genügendentlastet werden, um die Leitung der Gesamtgeschäfte zu führen.Diese Entlastung hat nach der heutigen Verfassung der oberstenReichsbehörden der Reichskanzler. Der Staatssekretär des Innernbraucht sie noch, und der zweite Unterstaatssekretär ist hierzu *ein wichtiger Schritt.
Nach diesen Ausführungen über mein eigenes Amt darf ichmich wenden zu den Betrachtungen, die gestern und heute hierüber die allgemeine wirtschaftliche Lage angestellt worden sind.Wir stehen jetzt im 32. Monat des Krieges. Wir leben und arbeitennur noch für den Krieg. Die Einstellung unserer ganzen Wirt-