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schaft auf den Krieg hat eine Beschleunigung und Verstärkungerfahren durch das Hilfsdienstgesetz, dem Sie im letzten DezemberIhre Zustimmung erteilt haben. Wir verfahren bei Durchführungdes Hilfsdienstgesetzes mit jeder Schonung und jeder Rücksicht,die mit dem Endzweck des Gesetzes noch verträglich ist, und dieserEndzweck ist das Herausholen aller verfügbaren Arbeitskräfte unddie Konzentration der verfügbaren Arbeitskräfte auf die lebens-und kriegswichtigen Tätigkeiten.
Meine Herren, die Ziffern unserer Arbeitsnachweise zeigenIhnen, mit welcher Hochspannung unsere wirtschaftliche Maschinein diesem Punkte, in dem Punkte der menschlichen Arbeitskräfte,arbeitet. Die Zahlen bis zum neuesten Stande, soweit sie vorliegen,bis zum Januar 1916, will ich kurz anführen.
Bei den männlichen Arbeitern hatten wir im letzten Friedens-monat, im Juni 1914, 158 Angebote auf 100 offene Stellen. Siewissen, dass dann zunächst mit dem Kriegsausbruch eine sehrstarke Arbeitslosigkeit eintrat. Das ganze wirtschaftliche Lebenhielt gewissermassen den Atem still, und die Folge davon war,dass das Angebot männlicher Arbeiter im August auf 100 Stellennicht weniger als 248 betrug. Dann, wie allmählich das wirt-schaftliche Leben wieder in einen geordneten Gang kam undsich den Kriegsverhältnissen anpasste, trat fortschreitend eineMinderung der Arbeitslosigkeit ein, bis im April 1915 der Glei-chungspunkt erreicht wurde: im April 1915 kamen 100 offene.Stellen auf 100 Angebote. In der weiteren Entwicklung wurdedieser Gleichungspunkt unterschritten in dem Masse, dass ichim Dezember v. J., als wir hier das Hilfsdienstgesetz berieten,Ihnen mitteilen musste, dass schon im Oktober 1916 die Anzahlder Angebote auf 100 offene Stellen nur noch 64 betrug. Esist dann seit dieser Zeit eine weitere Verschlechterung dieserVerhältnisse eingetreten. Im Dezember kamen nur 58 Angeboteauf 100 offene Stellen für männliche Arbeitskräfte. Der Januarhat eine kleine Erleichterung gebracht; im Januar waren es 61.So hat sich bei den männlichen Arbeitskräften die Gestaltung derDinge entwickelt.
Sie wissen, dass bei den weiblichen Arbeitskräften die Ent-wicklung eine andere war. Die Gründe dafür liegen auf der Hand :
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