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Strassen aufgehen, wird allmählich diese Verkehrsstauung, die sichhier herausgebildet hat, aufgewickelt werden. Allmählich wird dieWoge der Verkehrsstauung abebben, und wir werden wieder inerträgliche Zustände zurückkommen.
Meine Herren, es ist behauptet worden, auch von denen,die die grossen Leistungen, die hier bewältigt worden sind, wür-digen, dass eben doch nicht alles geschehen sei. Aber da darfich einige Ziffern über die Leistungen unserer Eisenbahnen imKriege geben. Die Einnahmen aus dem Güterverkehr sind derbeste Schlüssel. Die Einnahmen unserer deutschen Staatseisen-bahnen haben sich in der Kriegszeit folgendermassen entwickelt:im Jahre 1913 betrugen die Einnahmen aus dem Güterverkehr2226 Millionen. 1914 hatte natürlich einen Rückgang gebracht,da waren es nur 1956 Millionen, 1915 dagegen waren es schonwieder 2085 Millionen, und im Jahre 1916 sind — ohne Tarif-erhöhung natürlich, sondern mit teilweise sehr erheblichen Tarif-ermässigungen — 2333 Millionen erzielt worden. Also nicht un-wesentlich mehr als im letzten Friedensjahr 1
Es ist nach meiner festen Ueberzeugung auch nichts in bezugauf die Materialbestellung versäumt worden. Der AbgeordneteDr. Stresemann war gestern anderer Ansicht. Ich glaube, der preu-ssische Herr Arbeitsminister hat sich am Donnerstag in dem Aus-schuss auch über dieseEra-ge ausgesprochen. Ich war in Brüssel ,ich habe der Sitzung nicht beigewohnt; ein grosser Teil der Herrenhier war jedenfalls auch nicht anwesend. Ich darf deshalb auffolgendes aufmerksam machen. Erstens sind auch im Kriege dieBestellungen für die Staatseisenbahnen nicht vermindert, sondernwesentlich vermehrt worden. Im preussischen Abgeordnetenhausehat der preussische Herr Arbeitsminister die ausführlichen Zahlendafür gegeben. Seine Bestellungen auf Fahrzeuge beziffern sichfür das laufende Jahr auf 489 Millionen Mark. An Lokomotivenallein waren die Bestellungen im Jahre 1916 um mehr als 130Prozent höher als die Neulieferungen des Jahres 1914, und dieBestellungen, die für das Jahr 1917 vergeben worden sind, über-schreiten sogar um 50 Prozent die Friedensbestellungen.
Wenn auf Grund, ich glaube, eines Rundschreibens, das vonden Lokomotivfabriken versandt wurde, die Behauptung aufgestellt