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Ehe ich mich zur Lebensmitteleinfuhr wende, ein Wort überdie KohlenausfuhrI
Die gesamte Kohlenausfuhr ist von 78 Millionen Tonnen in1913 auf 46y 2 Millionen Tonnen in 1915 gefallen; im Jahre 1916wurden nur noch rund 42 Millionen Tonnen ausgeführt. Im De-zember 1916 fiel die Ausfuhrmenge zum ersten Male unter 3 Mil-lionen Tonnen, während sie in den Monaten Januar bis November1916 sich zwischen 3,2 und 3,9 Millionen Tonnen gehalten hatte.Im Januar 1917 wurden wieder 3,5 Millionen Tonnen erreicht; umso bedeutsamer ist es, dass die Kohlenausfuhr, die der Natur derSache nach in den einzelnen Monaten nur 'verhältnismässig ge-ringen Schwankungen unterliegt, im Februar 1917 wieder auf 2,9Millionen Tonnen (gegen 3,4 Millionen Tonnen im Februar desVorjahres) gefallen ist und damit den bisherigen Tiefpunkt —Dezember 1916 — beinahe wieder erreicht hat. Dabei ist hierwie bei allen anderen Ausfuhrwaren zu berücksichtigen, dass dieversenkten Transporte in der englischen Ausfuhrstatistik natur-gemäss noch mit erscheinen.
Einzelheiten über die Bestimmungsländer der Kohlenausfuhrwerden seit dem Beginn dieses Jahres nicht mehr veröffentlicht.England will wohl den Franzosen und Italienern den Schmerzersparen, den katastrophalen Rückgang ihrer Kohlenversorgungauch fernerhin schwarz auf weiss in den amtlichen Ausweisenzu lesen. Wie stark dieser Rückgang bereits bis zum Ende desJahres 1916 war, ergibt sich aus folgenden Zahlen:
Englands Kohlenausfuhr nach Frankreich betrug im Dezember1916 nur 1128 000 Tonnen gegen 1369 000 im Januar desselbenJahres; nach Italien wurden ausgeführt im Dezember 1916 nurnoch 278 000 Tonnen gegen 431000 Tonnen im Januar und rund800 000 Tonnen im Monatsdurchschnitt des Friedensjahres 1913.
Ueber die Weiterentwicklung seit Ende Februar kann ich eineinteressante Einzelangabe machen. Die Kohlenausfuhr Schottlandshat in der ersten Aprilwoche 103 000 Tonnen gegen 194 000 Ton-nen im Vorjahr betragen, seit Beginn des Jahres 1 783 000 Tonnengegen 2 486 000 Tonnen im Vorjahre. Dies lässt einen Rückschlusszu, wie der U-Bootkrieg die Eisenbahnen und Kriegsbetriebe derVerbündeten Englands an der Wurzel trifft.