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OTTO HARTWIG
8. Zu dem Folgenden vergleiche auch die unten mitgetheilten Urkunden. Ueber den Mainzer Beßß derKinder des Bruders von Johann Gutenberg hat Freiherr Schenk, f. unten, Neues mitgetheilt; KarlSchorbachs Abhandlung: Straßburgs Antheil an der Erfindung der Buchdruckerkunß im 7. Bande derN. F. der Zeitfchrift für die Gefchichte des Oberrheins (1892) S. 577 u. f. A.Wyß in den Quartalblätterndes hißorifchen Vereins für das Großherzogthum Heffen 1879 S. 9 u. f.
9. Lexer , Mittelhochdeutfches Wörterbuch II. 105».
10. Es würde das der Höhe des damaligen Zinsfußes in Mainz ungefähr entfprechen. Hegel 1.1. II. S. 105.Ein ähnlicher Fall wird dort S. 107 berichtet.
11. Vergleiche über die Familie die Mittheilungen, die ich Herrn Dr. Anton Schubert in Prag verdanke, imOktoberhefte 1899 des Centralblattes für Bibliothekswefen S. 500 u. f.
Zur Sache iß auch die unten abgedruckte Arbeit W. L. Schreibers zu vergleichen, die überhaupt füralle die Künße von Bedeutung iß, die der Typographie vorausgegangen find oder neben ihr her ßchentwickelt haben.
12. Mehr läßt ßch nicht behaupten, denn es iß nicht ganz ausgefchloffen, daß Waldvogels Kunß ßch lediglichauf den Aufdruck von Worten und Säßen auf Bucheinbände bezog, die er auch in Nürnberg z. B. hättelernen können.
13. Für die leßte Lebensperiode Gutenbergs , in der feine Erfindung vollendet wurde, find befonders dieArbeiten K. Dziaßko’s in der Sammlung bibliothekswiffenfchaftlicher Arbeiten Heft 2, 4 und 8, und dieAuffäße von A.Wyß im Centralblatte für Bibliothekswefen, Jahrgang 5, 7 und 8 zu nennen. Ueberwichtige Punkte der älteßen Buchdruckertechnik geben Arbeiten Adolf Schmidts und H. Wallau’s inderfelben Zeitfchrift erwünfchte Auffchlüffe. Auch die Abhandlung W. L. Schreiber’s: „Darf der Holz-fchnitt als Vorläufer der Buchdruckerkunß betrachtet werden ?“ ebendafelbß Jahrg. 12 iß von Bedeutung.
14. Es handelt ßch hier felbßverßändlich nur um eine ganz elementare Darßellung des Verfahrens.
15. Mein Landsmann, Herr Profeffor Edward Schröder in Marburg , hat mit mir die Urkunde wiederholtdurchgegangen.
16. Zahlreiche Bruchßücke eines auf Pergament gedruckten Exemplars der 36zeiligen Bibel ßnd kürzlichin Wildungen (Waldeck) aufgetaucht. Ich vermuthe, daß das Exemplar hierher aus dem nahen Kur-mainzifchen Frißlar im 16. Jahrhundert verfchleppt iß.
17. So urtheilt die ausgezeichnete Kennerin der Incunabeldrucke, Fräulein M. Pellechet. Ich kenne nurphotographifche Nachbildungen des Originals. Das Facßmile bei A. v. d. Linde, Gefchichte der Er-findung u. f. w. S. 812 nach Duverger iß, wie das der 36zeiligen Bibel S. 820, unbrauchbar.
Ueber einen anderen Druck, den der Statuta concilii Maguntinensis, deffen Text den Unterfchiedder vetera von den nova statuta von 1451 noch nicht kennt, nach dem einzig bekannten Exemplare diefesDruckes, fowie über das im Beßß von L. Rofenthal befindliche Exemplar eines Missale fpeciale hier zuhandeln, erfcheint mir verfrüht, da über ihre Entßehungszeit noch fehr auseinander gehende Anßchtenherrfchen.
18. Diefe Ergebniffe ßnd niedergelegt in der Sammlung bibliothekswiffenfchaftlicher Abhandlungen XIV. Heft.Gutenbergs früheße Druckerpraxis. Dargeßellt von K. Dziaßko. — L. Delisle und A.Wyß haben in demHauptrefultate zugeßimmt.
19. Dziaßko l.c. S. 111 iß nur „geneigt,“ diefe fünf Blätter auch für jünger als den Anfang von der 42 zeiligenBibel zu halten, „ohne jedoch volle Gewißheit für diefes zeitliche Verhältniß zu beanfpruchen.“ Ichglaube dagegen annehmen zu müffen, daß der Druck der erßen Blätter der 36 zeiligen Bibel der ältereiß. Und zwar aus zwei Gründen. 1. „Auf Blatt 1—4,“ fo fchreibt mir auf eine Anfrage der Vorßand derLeipziger Univerßtätsbibliothek, O. von Gebhardt , „ßnd die Zeilen (des Leipziger Exemplars), wie inHandfchriften, von verfchiedener Länge, während weiterhin die Schlußbuchßaben nicht über den Rahmender Columne heraustreten. Die Anordnung der Columne iß auf den erßen Blättern eine ungleichmäßige;die Columne des verfo deckt ßch nicht mit der Columne des recto auf den Blättern 1—6, weder in derHöhe noch der Breite. Befonders fchlimm iß Blatt 2; Blatt 5 decken ßch die Columnen von oben undunten. Von Blatt 7 an decken ßch die Columnen in der Breite, oben und unten bleiben kleine Ab-weichungen.“ Diefe Befchreibung der erßen Blätter der 36zeiligen Bibel läßt uns doch fchließen, daß ßeFragmente eines älteren, noch unvollkommenen Druckes ßnd. Auch das Parifer Exemplar der 36zeiligenzeigt bekanntlich Differenzen im Drucke der beiden Theile, wie fchon A. Bernard gefehen hat, „wennauch nicht Alles, was er vom Parifer Exemplar ausfagt, für das Leipziger gilt.“ (Gebhardt.) Einzelne