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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
Entstehung
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ZUR EINFÜHRUNG.

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Buchßaben, z. B. das Doppel-P, finden (ich noch nicht in den erßen fünf Blättern. (Dziaßko 1. c. S. 111 Anm.)2. Daß diefe fpäteren Blätter aus einer anderen Druckerei hervorgegangen (Ind als die früheren, beweißauch folgende Thatfache. H. Wallau hat im Centralblatte für Bibliothekswefen (V.91) auf die Punkturenaufmerkfam gemacht, welche ßch in älteßen Drucken finden. Auf eine Verßhiedenheit in diefen Punk-turen hat er mich nun neuerdings hingewiefen. Ich legte ihm ein Blatt des Pergament-Druckes der36zeiligen Bibel vor. In ihm fand er Punkturen zu beiden Seiten des Druckes, nicht nur oben und unten.Diefes Blatt gehörte nicht dem erßen Theile an. Nachdem ich die gleichen Punkturen auf zahlreichenanderen Pergamentblättern gefehen hatte, machte ich die Probe darauf, ob ßch das Gleiche auch auf denerßen Blättern des nach meiner Anßdit älteren Druckes, in dem Papierexemplar zu Leipzig , finde.Gebhardt fchreibt mir auf diefe Frage:Die auf Ihrer Zeichnung blau angedeuteten Punkturen zur Seiteder Columnen fehlen auf den Blättern 19, von Blatt 10 (nicht erß Blatt 11) an ßnd ße regelmäßigwahrzunehmen, auch im 2. Bande. Der Thatbeßand nun folgender: Auf den erßen Blättern der36zeiligen Bibel, in dem Berliner Exemplar der 42zeiligen Bibel, fo theilt mir Wallau mit, im Katho-likon-Drucke von 1460 und dem Fuß-SchöfFerfchen Bibeldrucke von 1462 finden ßch die feitlichen Punk-turen nicht, wohl aber in den Pergament- und Papierdrucken der 36zeiligen Bibel. Ebenfo finden ßchzahlreiche feitliche Punkturen in dem Berliner Exemplare von dem mit den Typen der 36 zeitigen Bibelßcher von Pfißer 1461 in Bamberg gedruckten Fabelbuch: Der Edelßein, wie auf meine Bitte Dr. G. Nae-tebus conßatirte und mir mittheilte. (In dem Wolfenbütteler Exemplare, das ßark befchnitten, ßnd,aller Wahrfcheinlichkeit in Folge hiervon, die Seitenpunkturen nicht mehr erßchtlich, wie Dr. Milch fackverßchert.) Das weiß auf eine verfchiedene Druckereipraxis zweier Officinen in diefem Punkte deutlichhin. In der von Gutenberg geleiteten Druckerei hält man die feitlichen Punkturen nicht für nöthig.Ebenfowenig in der aus der älteßen Gutenbergifchen hervorgegangenen von Fuß-SchöfPer, der Guten-berg anfänglich noch angehört hatte. In der Pfißerfchen, die mit dem älteßen Typenmateriale Guten-bergs arbeitete und die Anfänge feiner 36zeiligen Druckexemplare befaß, führte man ße ein. Als einebegründete Einrede gegen diefe Auffaffung der Sachlage kann es nicht gelten, wenn nicht in allen vor-handenen Exemplaren der 36zeiligen Bibel auf fämmtlichen erßen Blättern die Punkturen fehlen follten.Denn einzelne diefer Blätter werden von Pfißer bei der Steigerung der Auflage nachgedruckt sein.

20. So nach Dr. Velkes Ermittelungen. Siehe unten deffen Abhandlung.