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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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DER STEMPELDRUCK VOR GUTENBERG.

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ferner anrichenbach in Nr. 460 verglichen mit rich.en.bach in Nr. 468. WenngleichRichenbach über den Einzelbuchßaben verfügte, [cheint er doch Silben und Worte zuerftzufammengefetjt und dann vermittels eines Inftrumentes gleichzeitig aufgedrückt zuhaben, ein Verfahren, das etwa mit dem in der Buchbinderei heute noch üblichenSchrift-kaften-Druck verglichen werden kann.

W ährend der Dru ddegung begegnet mir bei erneuerter Durchficht von W. L. SchreiberDarf der Holzjchnitt als Vorläufer der Buchdruckerkunß betrachtet werden?(Sonderabdruck aus dem Centralblatt für Bibliothekswefen) S. 16 eine Notiz über einenEinband mit der eingepreßten Injchrift:

ISTE . LIBER . EST . FRIS VLRICIGYSLINGER. LECTORIS . I. VLMA . MINOR.ILLIGAT VS. EST ANO\. DNI. M. CCCC.LXVII.P ME IOHANNES RICHENBACH.DE GYLLINGEN.

Schreiber fand bei feiner lebten Anwefenheit in England die Bibliothek des LordSpencer, nicht zugänglich. Inzwi[chen kam die berühmte Sammlung nach Mancheßer,wo fie als Rylands-Stiftung Aufhellung fand. Ohne Zweifel findet fich darin diefer Band,über den ich jedoch weitere Auskunft nicht zu geben vermag. FRANZ FALK.

Anmprkunopn ! Geprägte Einbände mit einzelnen Worten, z. B. Namen des Buchbinders, oderö mit mehreren Worten, wi ejacobus Filius Vincentii Illuminatoris in einen vier-eckigen Rahmen auf einem Stempel, fiehe in Lemperß, Bilderhefte 1854 Tafel IX; 1857 Tafel V.

2. Befchreibender Catalog des Bibliographifchen Mufeums von Heinr. Klemm. Dresden 1884.

3. Das Aemterbuch liber officiorum, officiale, wie es bei den Dominikanern in Gebrauch war, enthält ein-gehende Vorfchriften für dieBuch- und Briefmeifterin. Eine gleiche Handfchrift im Catalog Kloß4603, wozu Kelchner im Centralblatt für Bibliothekswefen I, 307 zu vergleichen. Ueber eine Handfchr.aus Adelhaufen bei Freiburg i. B. (Vorrede 1454) vergl. Freib. Diöz. Archiv XIII, 202.

4. Der Handfchrift geht voran ein Calender mit necrologifchen Angaben, fo Febr. 3 obiit soror Gertrudis,Gwichimacherin ; Febr. 14. ob. soror Kungunt clos schreiberin ao Ix; id. aug. ob.fr. Joh. Niders. th.prof.vicarius huius domus ao XXXVIII; 16 cal. sept. Cristina Kartheuserin quefuit nostra sacrista et suorum.Vgl. A. Würfel, Todtenkalender von S. Cathar. Altdorf 1769. DiefeKunigund beendete 1443 ein deutfchesN. Teftament. Murr, Mirabilia urbis Norimb. I, 253.

5. In der älteren Zeit fonderten fich die Breviare in zwei Theile: Winter- und Sommertheil, während dasheutige römifche Breviar deren vier hat: pars hiemalis, vernalis, aestivalis und autumnalis.

6. Diefe vorzügliche Schreiberin fchrieb acht Bände Chorbücher innerhalb 13 Jahren, 14581470, vorherzum Theil mit Marg. Imhof andere liturgifche Bücher 1452. Sighart, Künfte in Bayern S.653 ; 652 Anm. 3;Murr, Mirabilia I, 251.

7. Auf derfelben Seite oben: presens liber pertinet ad monasterium Sororum See Katherine jn nurembergaOrdinis predicatorum.

8. Oben auf derfelben Seite findet fich derVermerk: Pars lectionarij Estiualis de Tempore a festo Corporisxpi usque ad aduentum dei Et de Sanctis a festo Translacionis Sti Dominici usque ad fest. Sti Andreeapostoli pertinens ad monasterium Sororum Sande katherine jn Nuremberga sub cura ord. pred.

9. Laut Kloftercalendarium ftarb Marg. C. 1489 XIII. cal. dec., Barbara G. 1491, 2. id. iun.

10.Sum bibliothecae fratrum ord. praed. Herbipoli als Infcript. Man bemerkt auf dem unteren Deckeldie Spuren der Kette oben und unten, wonach fie zu Zeiten auf verfchiedene Art angekettet war.

11. Der Text beginnt mit dem intereffanten Rubrum: Incipit katholica et completissima elucidacio luceewang. in herbipoli edita a uenerabili patre et domino Alberto epo quondam ratispon. quam conscribifecit frater theodricus herbipol. adiutorio amicorum suorum quorum anime requiescant in pace amen.

12. Schon Hirfching fah die Handfchrift im Dominikanerklofter. Siehe feinen Verfuch einer Befchreibungfehenswürdiger bibliotheken Teutfchlands. Erlangen 1786. 1.295. Auf die Stelle bei Hirfching weifthin F. Meß, Gefchichte des Buchhandels und der Buchdruckerkunft. 1835 S. 145.