Druckschrift 
Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
Entstehung
Seite
70
Einzelbild herunterladen
 

70

G. FRHR . SCHENK

Jahre 1379 war Pedirman z. G. Treuhänder des Clas, Heinrichs Sohn zum Bechtolf-münzer (Köhler, E. G., S. 79; Orig, im Darmß. Archive), was, in Verbindung mit derbei 111 erwähnten Urkunde, eine nahe Verwandtßhaft mit diefer Familie vermuthenläßt. Es wäre wol möglich, daß die Mutter Grede aus diefer Familie geftammt hätte.In den Jahren 1379, 81 und 82 wird Peder von feinem Sohne Frilo (119) zum Treuhänderbeßellt. Am Schluffe des Jahres 1379 erßheint er als Bruder der Kathrine zum Herbolde.(Orig.-Urk. im Darmftädter Archive, Mainz , Stadt N. 766. Den Hinweis verdanke ichden Auszügen von A. Wyß). Peter ftarb am 15. September 1382 und wurde zu St. Clarain Mainz beigefetjt. Sein und feiner Frau Grabßein bezeichnet ihn als Ratherr zu Mainz .Das Wappen über der Figur der Frau enthält die 3 Jagdhörner. (Epitaphienbuch der z.Jungen auf der Mainzer Stadtbibliothek, Beilagen N. 8. Die Jahreszahl lautet irrig1383.) Am 24. Sept., beziehungsweife am 12. Nov. 1382 wird bereits Gredichin, Peder-mans fei. Witwe z. G., als Gläubigerin der Stadt Weilar für den Betrag von 1932 fl.genant. Das ift offenbar die bereits in dem Jahre 1355 erwähnte, inzwißhen aufge-wachfene Rentenßhuld (Fichard, Frankfurtifches Archiv pp, S. 179 ff). Im Jahre 1385vermachte fie, als Witwe des Ratherrn Peter z. G., der Fabrik des Liebfrauenßifts undder derjoh. Kirche einen 6 Pfd. Heller werthen Mantel (Seelb. des Liebfrauenftiftsf. 9, im Mainzer Stadt-Archiv). 1389 wird Grede als Herrn Petermans fei. Witwe z. G.bezeichnet. Sie gibt damals ihrem Sohn Henne d. Alten, dem Eidam des Joh. Berwolf(118), Weingärten und Aecker an dem Salzberge, die dem St. Jacobsftift 30 Malter Korn-gülte pflichtig find, fowie 8 Pfd. Heller der Grede feiner Tochter, die Nonne zu St. Claraift (Schaab, E. B., S. 180 u. S. 187). Diefer Umftand fpricht dafür, daß fie zu den Erbendes Friele zum Efelweck des Jüngeren gehörte, der diefe St. Jacobsbünde 1318 in Erb-leihe erhielt (Schaab, E. B. II, S. 533). Grede foll ihn nach den zum JungenfchenNachrichten (im Darmftädter Archive) bereits 1353 geheirathet haben. Es liegen aber keinefpeciell belegten Angaben darübervor. Peterman führte 1368 ein ähnliches rundes Siegel,wie das feines Großvaters, das auf der Siegeltafel unter Nr. 1 wiedergegeben ift. DerPilger erßheint im mit Ranken verzierten Siegelfeld. Von der Umßhrift ift nur erhalten :

f S.M GENSFLEISCHE (Schaab, E. B. II, S. 171. Das Original im Mainzer

Stadtarchive, St. Urkunden N. 156. Der Ausfteller der Urkunde heißt Wener). Bei demhohen Alter, das Peter der Vater (14) damals gehabt haben muß, ift wol nicht daran zudenken, daß Er noch das, auch körperliche Thätigkeit erfordernde ftädtifcheBaumeifteramtverfehen haben könnte.

(111) KATHARINA zum Herbolde, Tochter Peters (14). Sie wird im Jahre 1379 alsSchwefter Pedirmans z. G. (110) erwähnt(Orig.Urk. im Darmstädter Archive, Mainz , Stadt,N. 766, nach einem Excerpte v. A. Wyß). Im Todtenbuche der Dominikaner heißt es zum23. Sept: Domine Katharine zum Herbold, uxoris domini Petri zum Herbold;.und zum11. Sept: Domini Petri zum Herbolde (Bockenheimer , Beitr. z. Gefch. d. Stadt Mainz IV,S. 20). Schon im Jahre 1373 wird Herrn Pedirmans Tochter z. G. als Eigenthümerin vonHaus und Scheuer in der Nußhelgaffe erwähnt, die früher dem Heint? zum Bechtolfmünzergehörten. (Baur , Heff. Urk. III, N. 1407). Katharina ftammte darnach wohl aus erfter Eheihres Vaters, war alfo vollbürtige Schwefter Petermans (110).

(112) FRIELE z. G., Sohn Petermans (14). Ausweislich der Leibgedingsregifter derStadt Frankfurt kaufte 1356Vryle z. G. eine Leibgedingsrente von 25 fl., fällig am Son-