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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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DAS GESCHLECHT GÄNSFLEISCH. I. DIE LINIE DES ERFINDERS.

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tag vor Remigii und vor Ambrosii. Ebenfo feine Hausfrau Grede. Von den Quittungenüber diefe Rente liegen zwei im Original vor: die eine vom 13. April 1359, die anderevom 21. April 1366. Sie find bei Köhler, E. G., S. 79, gedruckt, aber mit dem, wennauch zutreffenden, fo doch im Original fehlenden Zufatje verfehen, daß er die Gülte vonfeinem Vater Pedirman habe (Orig. Urk. im Darmß. Archive, z. Jungen). Die auchbereits von Köhler bejchriebenen Siegel find auf der Tafel unter N. 1 u. 2 abgebildet.Das erfte Siegel ift nämlich ganz dasfelbe, deffen fich fein Vater in 1352 bedient hatte, dasvon dem Großvater Friele herrührte, und alfo auf den Enkel vererbt war. Im Jahre 1366dagegen hatte er fich einen neuen fchönen Stempel fchneiden laffen, der die Umjchriftträgt: S. FRILO . DCI. ZV. DEM . ESELWEKE. Er bezeichnet fich darin mit demBeinamen feiner Mutter Nefe, Tochter Petermans z. Jungen, zu dem Efelwecke. Frielekaufte im Jahre 1366 für feine Kinder Ketirchin und Henne noch eine Frankfurter Leib-gedingsrente von je 25 fl. Am 12. April 1368 quittirt Friele diefe 4 Renten mit 50 fl.(J.E.v. Glauburgs Auszug aus denz.JungenfchenGrünbuchs-Beilagen.) Am31.Juli 1368veräußern Friele zum Gensefleifche zur Laden und Jungfrau Grede feine eheliche Hausfrau,Bürger zu Mainz, vor Gericht in Mainz 10 Mark Pfennige, weniger 3 Schillingen, Grund-zinfen auf den Häufern zum Mompafelier und ein Gewandgadem an den jeweiligen Vicardes St. Nicolaus-Altars zu Sanct Stephan. Und zwar zum Seelenheil des Herrn JacobHufers, Dechant zu St. Stephan, für die Siechen im Spital zum heil. Geift. Am 27.Juni 1369erhielt der damaligeVicar feinen dritten Bann über diefe Erwerbung, ohne daß bei der Er-wähnung des Veräusserers derselbe als inzwifchen verdorben bezeichnet wäre (Baur ,Heff. Urk. III, N. 1385; die Originale im Darmftädter Archive, Stadt Mainz N. N. 681bu. 688a). Friele wohnte alfo im Haufe zur Laden, nach dem fich eine Mainzer Ge-fchlechter- Familie nannte (fiehe bei VIIIB); auch feine Witwe blieb in diefem Hofeßtjen. Am 17. März 1372 war Friele bereits todt. An diefem Tage quittirt Grede zuder Ladin, Frielen Witwe zum G., 12 V 2 fl. für fich und 25 fl. für ihre zwei Kinder(Köhler, E. G., S. 80). Am 8. Juli 1372 erwarb die Witwe Leibgedingsrenten von je 25 fl.,auf die Lebzeit ihrer drei Kinder Friele, Ortlieb und Margarete, von der Stadt Frankfurt (Leibgedingsregifter im Frankfurter Stadtarchiv). Mit Hülfe der auf diefe Frankfurter Renten bezüglichen Einträge konnte ich in den dortigen Stadtrechnungen ermitteln, daßGrete zwißhen dem 11. October 1404 und dem 10. Januar 1405 verftorben fein muß.Im Seelbuche des Liebfrauenftifts wird ein von ihr vermachter Mantel zum Jahre 1405verrechnet (Mainzer Stadtarchiv 1. c. f. 27). Bereits am 5. Auguß 1364 findet fich alszu Klein-Winternheim begütert:Friele zu der Laden unde Heilman fein Bruder,Bürger zu Mainz (Copialbuch des St. Peterftifts im Darmftädter Archive II, N. 180).Grede war, ausweislich einer Urkunde vom 13. Dezember 1375, die Tochter des damals[chon verftorbenen Herrn Johans zur jungen Aben (zum Gelthaus) und der Frau Fene.Ueber den Grund zur Annahme, daß Friele, vor feiner Verheirathung mit Grede, bereitsin kurz dauernder erßer Ehe gelebt habe, vergleiche man bei 122.

(113) GREDE z. G., Tochter Petermans (14). Sie wird nur zwei Mal im Jahre 1386mit ihrer Mutter Nefa erwähnt, und [cheint unverheirathet gewefen zu fein (fiehe 14).

(114) HEILMAN (=- Heinrich) z. G., Sohn Peters (14). Er wird 1364 am 5. Auguftals Bruder des Friele zu der Laden erwähnt (fiehe 112). Sonß kommt er niemals vor.Da nur ein Copialbuch die Quelle, fo kann ein Irrthum des Copißen vorliegen.