DAS GESCHLECHT GÄNSFLEISCH. I. DIE LINIE DES ERFINDERS.
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Tochter des Henne Berwolf und feiner Ehefrau Anna. Sie kommt mit ihren Aeltern, alsAndernacher Rentenempfängerin, von 1368—1393 vor (Annalen d. hifl. Vereins f. d.Niederrhein , Heft 59, S. 54 ff.).
(119) FRIELE G., Sohn Petermans (110). 1379 ift er Canonicus zu St. Maria ad gradusin Mainz . Er fetjte damals und 1381 als Treuhänder feinen Vater Peter und feinen BruderPeter, Canonikus zu St. Stephan (Würdtwein, Biblioth. Mog., S. 217). Im Jahre 1396trifft er eine Verfügung über feine 2 Stiftshöfe. Dabei wird fein Bruder Johann erwähnt(Orig, im Darmftädter Archiv, Mainz Stadt, N. 906 und Schaab, E. B. II, S. 195); dener 1398 zu feinem Treuhänder beftellt (Würdtwein , a. a. O., S. 219). Im Jahre 1414 wirder von feinem Stifte als abwefend bezeichnet und kommt nicht weiter vor (Würdtweina. a. O., S. 222).
(120) PETERG., Sohn Petermans (I 10). Er kommt nur zwei Mal in den Jahren 1379und 1381 als Treuhänder feines Bruders Friele (119) vor. Er war damals Canonikuszu St. Stephan. Was die Erwähnung in der Ueberfchrift einer Urkunde feines BrudersJohann von 1405 angeht (118), fo ift es nicht ficher, ob er damals noch lebte.
(121) GOZE (Gotfridus) z. G., Sohn Petermans (110). Im Jahre 1397 vermachte erdem Liebfrauenftift Mantel, Panzer, Bruftftück, Haube und Armfchienen. Er war alfodamals wohl verftorben (Mainzer Stadtarchiv, Seelbuch d. Stifts f. 23’). 1405 wird Gozein der Ueberfchrift einer Urkunde des Johann (118), als deffen und des Canonikus PeterBruder bezeichnet (Siehe bei 118).
(122) FRIELE G., vielleicht Sohn Frieles (112). Ein Canonicus Friele G. zu St. Victorvor Mainz kommt in den Jahren 1390, 91, 99 und 1406 vor. (Schaab, E. B. II, S. 184, 186,196 u. 200. Copialbuch v. St. Victor im Darmftädter Archive II, NN. 218 u. 277). Unterden lofen Siegeln aus dem Befitje Bodmanns, die auf der Mainzer Bibliothek verwahrtwerden, befindet fich unter Nr. 1 eines, auf deffen Pergamentpreffel Bodmann gefchriebenhat: „S. Frilonis dicti Gensfleifch, Canonici S. Victor. Mog. 1391.“ Das Siegel ift dasunter Nummer 1 der Siegeltafel, alfo das des Stammvaters Friele, das von Sohn (14)und Enkel (112) zeitweife geführt wurde. Ift die Angabe Bodmanns richtig, fo kannman den Inhaber nur für einen Sohn des lebten Siegel-Inhabers (II12) halten. Daer aber nicht zur Laden, wie alle Kinder der Grede, genant wird, fo bleibt nur die An-nahme, dag Friele, der Vater, in unbekannter erster Ehe, vor der Grede, gelebt hat. Auchim Bruderfchaftsbuch v. S. Victor ift fein Name unter den verdorbenen Canonikern ein-getragen (Darmftädter Archiv, f. 8’).
(123) KETTE zur Laden, Tochter Frieles (112). Im Jahre 1366 erwarb ihr Vater Frielefür fie ein Leibgeding von 25 fl. auf die Stadt Frankfurt , deffen Zahlung fich bis zu ihremAbleben im Jahre 1432 verfolgen lägt (Frankfurter Stadtarchiv, Leibgedingsregifter).Auch von der Stadt Andernach war für fie ein Leibgeding erkauft, das fich von 1378 abverfolgen lägt (Annalen des Hist. Vereins f. d. Niederrhein , Heft 59, S. 54). Sie hattefich vor 1376 mit Peter Lindenfels genant Schlüffel verheirathet, der aber bereits zwifchen1386 und 1391 verftorben war (Köhler, E. G., S. 80; z. Jungen, Grünbuch, Auszug desJ. E. v. Glauburg im Darmftädter Archive; Würdtwein , Bibi. Mog., S. 218). Ihre SöhneHenchin und Dietherich Schlüffel werden häufig nur als „zur Laden“ bezeichnet; fo z. B.in dem Gefchlechter-Verzeichnig von 1411. Dietrich heirathete 1403 Liebechin, Tochterdesjeckel Hirz. (Schaab, E. B. II, S. 207.)