Druckschrift 
Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
Entstehung
Seite
79
Einzelbild herunterladen
 

DAS GESCHLECHT GÄNSFLEISCH. I. DIE LINIE DES ERFINDERS.

79

auf die nachfolgende Arbeit des Herrn Dr. K. Schorbach beziehen, insbefondere auchfür feine Heirath mit Ennel zur eifernen Thüre (K. Schorbach, Straßburgs Antheila. d. Erfindung der Buchdruckerkunß, in Zeitfchrift für die Geßhichte des Oberrheins,N. F. VII, S. 584 ff.). Was die bis jetjt nicht wieder aufgefundene Quelle Köhlersfür die Urkunden von 1430und 1433 (S. S. 81 u. 82,14) u. 16) betrifft, fo kann ich anführen,dag diefelbe von J. E. v. Glauburg in der zum Jungen. F. G. Chr. III, f. 209, genauerbezeichnet wird, alsaltes pergamenten Schuld- oder Gültbuch der Stadt Maintj, pag. 134,bey denen Docum. der Frhr . zum Jungen. Familie befindlich.

(135) GRETE zur Laden, Ortliebs Tochter (127). Sie war die erße Ehefrau des JohannMolsberger, weltlichen Richters zu Mainz , 1417 ff. (z. Jungen, F. G. Chr. III, f. 366.)Für die 1451, durch den Tod der Frau gelöfte zweite Ehe Johanns mitHilgart(Wydenhof),bezieht (Ich der Autor nachträglich auf eine ihm 1644 mitgetheilte Nachricht aus demVerzeichniß des Ort zu Landeck. Die Kinder aus 1. Ehe, Walter undGetjge, heirathetenin den Jahren 1439 und 1442.

(136) FRIELE zur Laden der Junge, vermutlicher Sohn Ortliebs (127). Im Jahre 1421 ein Friele Genßfleißh der Junge Münzerhausgenoffe zu Mainz . Er ßeht in der Reihen-folge der 58 damals lebenden Hausgenoffen als der 43. Da der andere Friele zur Laden(132) wiederholt und noch 1444 als der Alte bezeichnet wird, fo fordert das die gleich-zeitige Exiftenz eines gleichnamigen, ebenfalls weltlichen Vetters. Nun wird zur Hoch-zeit der Tochter der Grete Molsberg, geb. zur Laden (135), an zweiter Stelle ein Frielezur Laden eingeladen, auch eine Hilgart die Junge zur Laden (z. Jungen, F. G. Ch. IIIf. 366). Es liegt alfo nahe, diefe Beiden für Vater und Tochter zu halten, für Bruderund Nichte der Brautmutter. Wegen der Wiederholung des Namens Friele bei feinemgeiftlichen Bruder (137) ift man zur Annahme genöthigt, daß Ortlieb zwei Mal vermähltwar, und daß diefer Friele, mit feiner Schweßer Grede, aus erßer Ehe ftammte.

(137) FRIELE G. zu der Laden, Sohn Ortliebs (127). 1417 auf 18 werden die GebrüderFrilo und Rulemannus zu der Laden zu Erfurt immatriculirt (Weiffenborn, Act. d. Univ.Erfurt I, S. 110. Dies Citat verdanke ich den Excerpten von A.Wyß). Im Herbft 1428 ver-wandelt Her Friele zur Laden, Canonike zu St. Stephan, die 1 1 / 2 Ohm Weingülte, die ihmund feinem Bruder, Hern Ulman, feither aus Ingelheim geliefert wurden, in eine ablösbareGeldrente v. 1V 2 fl. Dies ift offenbar diefelbe Rente, die Ortlieb zur Laden 1405 in der Erb-theilung zugefallen war (ßehe 127). Im Jahre darauf gab auch HerUlman zur Laden zu Mainz fein Recht an diefer Rente auf. (Ingelheimer Gerichtsbuch im Darmftädter Archive N. 1863u. 1869.) Friele kommt in den Jahren 1431, 1437, 1440, 1441 und 45 als Canonicus vonSt. Stephan vor. Auf feinem Grabftein zu St. Stephan bemerkt, daß er am 16. April 1460geßorben fei. Er wird darauf,wie auch im Bruderßhaftsbuchev. St. Stephan, als Friele Gens-fleifch bezeichnet (Schaab, E. B. II, S. 231 u.279. Darmft. Archiv, Urk. St. Stephan u. Mainz, Stadt; Gudenus Cod. dipl. III, S. 967). Im Nekrolog v. St. Agnes heißt er F. G. z. d. Laden,Can. z. St. Stephan (Mainzer Stadtarchiv). Das Wappen feiner Mutter auf dem Grabßeinezeigt den Schild der Bechtermünze, oder den der zur Britfchen.

(138) ULMANN z. d. Laden, Bruder Frieles (136). Alle ihn betreffenden Belegßellenvon 14171429 ßehe bei 136. Ulmann ßheint Geiftlicher gewefen zu fein.

(139) GREDE zum Lentfriede, Tochter Petermanns zur Laden (128). Sie wird nur einMal im Jahre 1413 erwähnt, worüber man den Beleg bei 128 vergleiche.