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Ennechin dem Gefchlecht Fürßenberg mit den 3 Löwenköpfen und dem Balken angehörthaben. Das Wappen desjoh. Leheimer ift [chlecht abgebildet im Archiv f. heflf. Gefchichteu. Alterthumskunde XI (S. 241), Tafel VII, N. 109. Statt der 3 Blumen erscheinenin den Originalflegeln ßets 3 Scheiben auf dem Schrägbalken, wie bei dem Wappen desGefchlechts Silberberg, das dort auf Tafel V, N. 75 dargeßellt ift.
Alheidzu Fürßenbergwird 1410, alsjohann Leheimer eine ihrer letjtwilligen StiftungenzuGunften von St.Quintin ausführte, als feineAnefrau bezeichnet (Severus, ParochiaeMog.,Exemplar der Mainzer Stadtbibliothek mit Nachträgen, S. 24 der Nachträge zu S.29Lit. o).Bei der Eheberedung des Heinrich Fürßenberg im Jahre 1426 nennt deffen Vater Hermannden Johann Leheimer feinen Vetter (Fichard, G. G., Fürftenberg II, C 2).
Der Vater Leheimer aber mag mit dem Gefchlecht zum Damlutje genant Rode ver-wandt gewefen fein, das im 14. Jahrhundert oft vorkommt (z. B. bei Lehne, gefammelteSchriften IV, 1, S. 175; Archiv, f. heff. Ge(ch. u. Alterth. XV, S. 357; Fichard, G. G., zumJungen I, F 6).
Henne Leheimer, Bürger zu Mainz , kommt zuerft 1389 als Zeuge vor (Copialbudh vonS. Victor im Darmßädter Archive II, N. 235, nach Auszug v. A. Wyß). Als weltlicherRichter zu Mainz erfcheint er nicht vor dem 27. März 1398 (Darmßädter Archiv, Urk.Mainz, Stadt, N. 921a). Diefe Richter-Stelle refignirte er erß am 17. Januar 1426, undzwar zu Gunften feines bereits erwähnten Verwandten Heinrich Fürßenberg. Am felbenTage nahm ihn der Erzbifchof zum Dienftmann auf (Mainzer Ingroffatur-Buch N. 21,f. 419’ und Mainzer Lehnbuch N. 1, f. 130, beide im Würzburger Kreisarchive).
Joh. Leheimer hatte zu Mainz vermiedene Grundzinfen; das Haus, nach dem er (ichgenant haben wird, kann er aber nur miethweife befeflen haben, da es dem anftoßendenAuguftiner-Klofter gehörte, und von diefem noch 1385 an Andere verliehen wurde (Au-gußiner Copialbuch im Darmftädter Archiv, ff. 17’, 19, 69’ N. 171). Er wohnte übrigensfpäter im Hofe zum alten Gelthaufe, der ihm von der Eigenthümerin, der Pfarrei zuSt. Quintin, auf Lebenszeit überlaffen war (Bodmanns Excerpte zur Gefch. der Mainzer Häufer, III, 79, in der Habelfchen Stiftung, jetjt zu München ).
Daß Joh. Leheimer verheirathet war, erfährt man erß aus einer Urkunde von 1448über den Nachlaß feines Verwandten Hermann Fürßenberg (Darmftädter Archiv, Urk.,z. Jungen). Die Erben desfelben füllten, unter anderen Poften, jährlich gemeinfam be-zahlen: 26fl. und 20Pfd. Leibgedingsgülten aufNefen, Richter Leheimers Witwe, Lebtage.Von ehelichen Kindern Leheimers ift nichts bekannt, wol aber von zwei unehelichen.Im Jahre 1402 wird Ulrich, Richter Johann Leheimers Sohn, ein lediger Knecht, erwähnt(Darmft. Archiv, Copialbuch v. St. Agnes, N. 131). Am 13. Oktober 1441 entfchied dasMainzer Gericht, auf Klage Clefe Ficztums und Herman Fürftenbergs, — alfo offenbarder Vertreter der Erbintereffenten — gegen Henne von Gerau „der rechter Leheimersdochter hat,“ daß die ihm von Leheimer gemachte Schenkung auf feinem Krankenlager,da er nicht gehen oder ftehen mochte, nach altem Herkommen, ungültig fei (Schuldbuchdes Ort z. Jungen im Frankfurter Stadtarchiv, f. 133). Auch in der erwähnten Urkundevon 1448 wird ein dem Henne v. Gerau aus dem Nachlaffe Leheimers zu zahlendesLeibgeding von 5 fl. erwähnt. Ein in diefer Urkunde ebenfalls mit demfelben Betrage,ablöslich mit 100 fl., aufgeführter „Henne Genßfleifch“ kann der Neffe Leheimers fein,ebenfogut aber auch der Ehemann feiner Großnichte Odilie.