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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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DAS GESCHLECHT GÄNSFLEISCH. VIII. DIE MAINZER FAMILIENHÄUSER.

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Nach dem kurz vor 1352 erfolgten Tod des Frile zum Gänfefleifch fcheint fein Hofgetheilt worden zu fein, und zwar zwifchen den Söhnen Pederman (14) und Cias (II 1).Die Hälfte Pedermans vererbte fich bis auf feinen Enkel Johann den Alten (118), derim Jahre 1414 nicht mehr lebte. Seine Erben waren Peter Gänsfleifch (II11) und Peterzum Silberberg; auf die, von ihrem, beziehungsweife der Frau des Silberberg, AhnherrnClaus z. G., auch Antheile der anderen Hälfte vererbt fein werden. Peter Gänsfleifchverließ Mainz . Fortan kommt Peter Silberberg als Bewohner des Hofes vor; fo, nachden Zinsregißern von Altenmünßer, von 14251443 (Schaab, E. B. II, S. 82 und zumJungenfehes Rothbuch, S. 135 u. 144). Danach verkaufte im Jahre 1425 Peter Silberbergder Alte eine Rente von 10 fl. auf dem Erbe zum Gänsfleifch an Jeckel zum Jungen,unter Bürgfchaft des Peter Gänsfleifch. Diefe Rente kam auf den Schwiegerfohn desKäufers, Clos Dulin, der fie 1430 an Johann Leheimer weiter veräußerte. Nach einerHandfchrift des Kirchenarchivs zu St. Emmeran in Mainz (das mir durch Herrn PfarrerL. Waffermann bereitwillig zugänglich gemacht wurde) war bei der Rechnungsablage derKirchenbaumeißer am 17. März 1433 Rudolffzum Genfefleiß (II7) als Zeuge anwefend.Diefer 1440 verdorbene jüngere Bruder Hennes (II6) wohnte alfo noch im Stammhofe,der in der Pfarrei St. Emmeran lag. Im April 1480 war Gretgen Fürßenberg, Tochterdes Heinrich und der Eisgen zum Maulbaum, und Witwe des Adam Gelthaus, Beßtjerindes Hofes, den ße dem Richter Johann v. Sorgenloch für jährlich 15 fl. vermiethet hatte.Der Miether erwarb im Dezember desfelben Jahres von Grede Fürftenberg (wol derEhefrau des Peter Fürßenberg, des Bruders der Grede Gelthaus) eine Rente von 10 fl.,die ße aus dem Erbe z. G. jährlich fallen hatte (zum Jungenßlies Rothbuch, S. 136 u. 140).Es wurde bereits in den Belegen zu Bernhart v. S. g. G. (1127) ausgeführt, daß deffenEhefrau Martha v. Clapis im Jahre 1503 von ihrem Bruder Meißer Peter Anthonius v.Clapis zu Cöln denEckhof und das Erbe genant Gänfefleifch auf der Mareßraßen ge-legen, tauß&weife erwarb. Das muß alfo die von der Emmeransßraße her zugängliche Hälftedes Hofes gewefen fein. Nach dem frühen Tode Bernharts (cheint das Haus bald wiederin fremde Hände gelangt zu fein. Eine Urkunde vom 8. September 1526 im Pfarrarchivvon St. Emmeran zu Mainz wird ausgeftellt vonAugußinus Bergheym ader Lichtnawzum Genfefleyfch zu Mencz. Deffen Ehefrau Agnes Moniß (*J* 1563) gehörte zu einer Frank-furter Gefchlechterfamilie. Bergheim war Dr. med.; er ßammte aus Lichtenau bei Caffel(Froning, Frankfurter Chroniken, S. 430. Zeitfchrift des Vereins für hefßfche Gefch. u.Landeskunde, N. F. XXII, S. 56 u, 58). Eine Tochter diefer Ehe war feit 1559 an denbekannten Buchhändler Sigmund Feyerabend zu Frankfurt verheirathet (Archiv fürFrankfurts Gefchichte u. Kunß, N. F. VII, S. 9, 22). Am 29. November 1545 verkaufteder Convent zu St. Nicomed vor Mainz feine Behaufung zum Gänsfleifch auf der Markt-ßraße an Agnes Monißen von Frankfurt , Witwe des Dr. Augußin, für 831 fl. und Ueber-nahme einer auf dem Haufe ruhenden Kapitalfchuld von 200 fl. Alfo befaß Bergheymdie hintere Hälfte, St. Nicomed die vordere. Der Hof zum Gänsfleifch muß alfo bis dahinnoch immer getheilt gewefen fein (Schaabs Papiere auf der Mainzer Stadtbibliothek, I 8.Nach dem verlorenen Mainzer Borgationsbuch von 154148. Schaab hat die falfcheLefungPlefßn für Monißen). Das ergibt ßch auch aus einem Zinsregißer von KloßerAltenmünßer, wonach im Jahre 1537 Dr. Auguftinus und Elifabeth v. Königßein gemeinfamGrundzinfen aus dem Hofe G. an Altenmünßer entrichteten (Schaab, E. B. II, S. 83).