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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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DAS GESCHLECHT GÄNSFLEISCH. IX. DER NACHLASS DES ERFINDERS.

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ßn Erben hant zu lihen den Altar i. S. Q. K. S. N. A., d. V. die da hat Her JohanHoppener . Ueber Friele Gensfleifch ftehe mit jüngerer Hand nachgetragen:zumEffelfweck, modo die zum Jungen zu Frankfurt .

Die Angaben von Severus undBodmann, die (ich wegen desVerluftes des Pfarrardiivsvon S. Quintin nicht mehr nachprüfen laffen, werden, was die Beßtjnachfolge betrifft,durchdie oben erwähnte Verleihung Erzbißhof Bertholds betätigt. Es liegt aber auch einePräfentation des Ort zum Jungen (f 1483, 19. Juni) für Heinrich Bart , vom 22. Mai 1483vor (z. Jungen, Rothbuch, S. 130). Im Jahre 1492, oder 99, präfentirt dann der gleich-namige Sohn des Ort feinen Vetter, den Licentiaten Adam Gelthus (Sohn Adams undder Grede Fürßenberg, und Verfaffer des Epitaphs auf Gutenberg) auf den durch denTod des Johann Buchfecke erledigten Altar (Fichard, G. G., Gelthaus zur jungen AbenCC 1; z. Jungen, Rothbuch, S. 685). Bald nach der Präfentation im Jahre 1483 entßandStreit über den Altar zwifchen dem Orator Johann Bouchfeck zu Rom , der fich auf Ver-leihung feitens eines Legaten berief, und dem von den Patronen präfentirten HeinrichBart, vor dem Archipresbiter zu Mainz . Aus dem bezüglichen Eintrag des Suppliken-regißers vom 18. Auguft 1483 erhellt, daß der Altar durch den Tod desPetri Rederierledigt worden, und daß das Patronatrecht nicht unbeßritten fei (SupplikenregißerN. 1054, f. 254, im Vaticanifchen Archive. Diefe Nachricht verdanke ich Herrn Dr.Schellhaß zu Rom . Sie wurde mir durch freundliche Vermittelung des H. Profeffors Dr.Friedensburg zu Theil, der die Durchßcht des gefamten Materials aus den Jahren 147783veranlaßt hat. Die Koften diefer umfaffenden Recherchen hat die großherzoglich hefßfcheStaatsregierung in dankenswerther Weife übernommen. Den Herren DrDr. Schellhaßund Kupke bin ich für ihre zeitraubende Hülfe dabei zu großem Danke verpflichtet).Hierher darf wol, der augenfcheinlichen Namensähnlichkeit des Präfentirten halber,folgende Stelle aus dem Schuldbuch des Ort zum Jungen gezogen werden (Frankfurter Stadtarchiv, Glauburg N. 1, S. 250): (14)68. Itemsohan ichl altar zu lyhen in derpare-kirche zusce qintinzuMentz; hani(c)h geluwenh Martin vonSpire,cappelangraffJohansvon Nassauwe; und lyt die fundacion hinde(r) Sellechin Juden, gesessen zu LandeckzuMencz, mit mynem willen und wiessen; so han ich auch 1 abeschrifft v. d. heubtbriff.Auf Seite 251 folgt dann unmittelbar: I(tem) und hat nuwe h. Rede von Assuffenburg.Bei der fchlechten und incorrecten Handfchrift des Ort zum Jungen fällt die geringfügigeDifferenz mit der Schreibung des Supplikenregißers wenig ins Gewicht. Nimmt mandanach an, daß es ßch auch hier um den Altar zu St. Nicolaus und Catharina handelt, fowürde daraus folgen, daß derMannsftamm der ganzen Linie zur Laden vor 1468 erlofchenwar, daß alfo der Erfinder felbft der Letjte derfelben gewefen. Da Friele zum Efel-weck (112) in dem Pfründen-Verzeichniß von St. Quintin als Vorbeßtjer erßheint, foliegt es nahe anzunehmen, daß diefer Altar aus der, bei VIIIC erörterten, zum Jungen-efelweckißhen Erbfchaft herrührte. Gemäß der Fundation würde der Altar dann wiederan die Linie z. Jungen zurückgefallen fein, von der er als Mitgift an die Gänsfleißh zurLaden gelangt war (Genealogißhe Tafeln III u. IV). Im Beßge der Familie z. Jungenbefand ßch auch die Stiftungsurkunde diefes Altars, die man aus dem Rothbuch, S. 132,kennen lernt: A? 1318 Kal. Maji hattFrilo dictus zum Eselwecke, civis Mogunt. senior,et Elisabetha ejus uxor, einen Altar zu St. Quinctin in der Pfarrkirchen , in honoremDei, Sanctorumque Nicolai Episc. et Cathrinae virginis martyris, welchen allezeyt

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