Druckschrift 
Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
Entstehung
Seite
119
Einzelbild herunterladen
 

DAS GESCHLECHT GÄNSFLEISCH. IX. DER NACHLASS DES ERFINDERS.

119

1430 Frankfurter Bürger wurde, fo liegt die Vermutung nahe, dag er geh damals ergverheirathete.

Die Frau Elfe Humbredit in Frankfurt war alfo im Jahre 1468 eine der nächgen über-lebenden Blutsverwandten Johann Gutenbergs . Ihr mug, von Rechts wegen, jedenfallsein Antheil an feinem Nachlaffe zugekommen fein. Erben ihres wolhabenden EhemannesJohann Humbredit wurden die Kinder feines vergorbenen Halbbruders Conrad v. Glau-burg (f 1463), der mit NeseSalman verheirathet war, fowie Henne zum Jungen zu Hatten-heim , der Sohn einer Vatersfchweger des Erblaffers. Humbredit behält den Rückfalldes von feinem Schwiegervater Vit}thum erhaltenen Vermögens an die gefetjlichen Erbenfeiner Ehefrau ausdrücklich vor. Sein Frankfurter Vermögen insbefondere vermachteer dem Dr. Ludwig zum Paradies, fowie drei Gliedern der Familie v. Holzhaufen.

In dem vit}thum[chen Vermögen war nun aber auch das der längg vergorbenenSchwiegermutter Humbrechts, der Else Vitjthum, geborenen Gänsfleifch zu Gutenberg ,enthalten. Es mug alfo eine Theilung der Erbghaft zwifchen den Blutsverwandten ausdiefen beiden Familien ftattgehabt haben. Die betreffenden vitjthumjchen Erben findbekannt: es waren drei Töchter des Peter und Henne Vit}thum, der Brüder des Claus,oder ihre Nachkommen. Sie waren verheirathet mit Arnold Gelthaus genant Echzeler,Heilman Schildknecht und Hertwin v. Ergersheim. Margarethe v. Ergersheim , Tochterdes Hert und der Grete Vitjthum, war zuerft mit Clos Stalburg (J* 1474) verheirathet;dann mit Daniel Bromm (Froning, Frankfurter Chroniken etc. des Mittelalters, S. 438).

Die gutenbergijehen Erbintereffenten aber lernt man, in Uebereinftimmung mit dembei IX A Gefagten, durch folgenden Urkundenauszug kennen:Ein Vertrag zwifchenden vegen Ehrsamen und erbarn Bernhard v. Kirchdorff gnt. Liederbach und Hänfenvon Sorgenloch gnt. Gensfleigh, weltlichen Richter zu Ment}, Gejchwägern, eines, fodannDaniel Brommen, Schöffen, Herten von Ergersheimb feinen Schwager, anders Theils,wegen ettlicher Korn und anderer Gülten und Erbe zu Ment} und Gongenheimb gelegen,von weylandt Johan Humbredit, welcher selbige von Clesen Vitzthumb seinem Schwähersei. bekommen, herrurend. Actum 1487. Sambftag nach Martini. In dem Brieff wurdtauch gedacht Annae Rofenbergern, Hennen zum Jungen fei. Witwe, Orten zum Jungendes alten fei., Margrethen v. Ergersheimb, Daniel Brommen hsfrau, Herten v. Ergersheimbihres Bruders, deffen Hsfrau Agnes. Teftes Johan Rayge, Advocat und Hans v. Rhein,Schöff (Rothbuch, Documenta des Gefchlechts deren zum Jungen betr., S. 139). Nachdem bei Fichard (G. G., v. Sorgenloch P3) gehenden Auszug diefer Urkunde heigt es nochweiter, dag Bernhard v. Liederbach um deswillen Anfprüche gemacht habe, weil ihm Hennez. Jungen, als nächfter Erbe des Johann Humbredit, feine Anfprüche übertragen habe ;während die Gegenfeite geh auf das humbrechtfche Teftament ftüt}te. Die Schiedsrichterfprachen dem erften Streittheil die Mainzer Gülten, dem andern die zu Gonfenheim zu.

Hiernach darf man einen weiteren, für sich allein nicht genügend verftändlichen Ur-kundenauszug hierher beziehen:1478 Mittwoch poft Catharinae gibt Bernhard v. Kirch-dorff gnt. Liederbach, Kette v. Sorgenloch uxor, Orten zum Jungen dem Alten ein Schad-log-Brieff wegen deffen Zufage in Betreff des Erbfalls Enchen Rofenbergern Haugwirtsfei., Hennen zum Jungen, Henn Humbrechts fei. Nahrung betreffend. Daran fiegelt alsZeuge Hans v. Sorgenl. gnt. G. weltl. Richter zu Ment}, Bernh. obgen. Schwager (zumJungen, Rothbuch S. 93 u. F. G. Ch. III, f. 395).