DAS GESCHLECHT GÄNSFLEISCH. X. URKUNDEN-BEILAGEN.
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Item tenetur xv golden an golde, luwen wir 22 em off dinßag 23 nach fant Egidien daganno L, und || hat er des eyn brieff dar obbir gebin under (im ingefi gel, lit hie bij ||
Item tenetur iiij golden ix albus von der gulde, die er von den L golden gap, warnfallen iif golden || off fant Beßgans dag anno v Li jar und if golden ix albus von fant Beß-gans dag || an bit off fant Lauerenczgin dag anno Li jar, als er die golde abeloß ||
24 Item off fondag nach unffir lieben frauwen dag afomcio hanich JeckelHyrcz und|| PettirSilberberg gerechent mit Elfgin Hyrcz von der kinde wegen, als fie von || ernt wegenußgebin und ingenomen hat, und auch als fie Orten und Odilgen bij || er in der Kojtfint, und gefchach off den obg nanten dag anno etc. xLviij und verüben ich Elfgen denkinden fcholdig viij golden und xxj libras iiij ß (iß bezalt)
25 Item Hen Ginffleys der junge iß Orten fim fwager fcholdig if golden, als er die xiijgolden || off Stroißborg 26 vorfolle off gehaben hat, die fallen warn off Oftern anno L (i(t)
Item tenetur if golden, als er abber 27 die felben xiij golden zu Oftern anno Lund eynjar off gehoben hat ||
Item t enetur iiij golden als Hans Orten fin deyle ane der auwen genomen hatte, alsmir dacz || jerlich alfo verluwen hatten ||
Item dar vor hat Hans Orten fim fwager geben iij golden, als daz in eyn rachthingverdedingt || ift worden, und ift da mit beczalt ||
Item Hene Ginffleys der junge ift Orten finem fwager fchuldig 28 was er von der ||auwen ingenomen hat 29 nach der rachthing ||
Item er ift em auch fchuldig vif golden , 30 als er em die off gehaben hat off den || vonStraßborg , warn fallen off fant Jorgen dag anno Lij.
Großh. Hefßfches Haus und Staatsarchiv, Copialbücher, liber litterarum des St.Marx-ftifts (Kugelhaus) zu Butzbach von 1481, f. 249’.
Es iß ein aus Papier beftehender Band, in mit Leder überzogenen und mit Mefßng-buckeln befchlagenen Holzdeckeln. Die die Rechnungseinträge enthaltende Seite ift nach-träglich zu zahlreichen, das Kugelhaus betreffenden, kreuz- und quergefchriebenen Notizenbenut 3 t worden. Die auf die Familie Gänsfleifch bezüglichen Sätje find dazu durchftrichen, fodaß fie leicht überfehen werden konnten. Auf diefes Blatt folgten urfprünglidi noch zweiweitere, ebenfalls befchriebene, die herausgeriffen worden find. Das Papier zeigt eineWeintraube mitumgebogenem Stielende alsWaffermarke. Einige andere Lagen haben das pmit gefpaltenem Fuß und mit einer vierblätterigen Blume am Stengel befteckt. — Die nach-trägliche andere Verwendung des Bandes läßt fleh fo erklären, daß das nur auf 5 Seitenbefchriebene ftarke Buch aus dem Nachlaffe Gutenbergs , oder dem feiner Schwägerin,etwa zuerft in das 1463 gegründete Kugelherrnhaus zu Marienthal und von dort in das1468 geftiftete Butjbacher Kugelhaus gelangt iß. Er bildet alfo eine fchwacheSpur dafür,daß Stücke aus dem Beßtje Gutenbergs nach Marienthal gekommen find (Falk, die Preffezu Marienthal im Rheingau etc. S. 8).
Der Buijbacher Schreiber des Codex hieß Peter Heilant, frater domus Sancti Marci inBuczpach. Wenn die Einträge auf den herausgeriffenen beiden lebten Blättern in ähnlicherWeife fortgefetjt waren, fo würde der Raum bis etwa in den Januar 1467 genügt haben.Aus ihnen könnte man Klarheit über den Ausgang der Linie des Friele Gänsfleifch zuGutenberg fchöpfen. gvstav frhr. schenk zv schweinsberg.