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Nr. I* Auseinandersetzung der Geschwister Gutenberg mit Frau Patze Blashoff. 1420.
„Anno 1420 ift ein Inßrument auffgericht worden wegen ettlicher Gefpänn und Irr-thumb antreffend Friele zur Laden, Henchen feinen Bruder, und Clas Viljthumb ihrenSchwager an einem, fodann Patjen, Peter Blashoffs Witwe, an dem andern theil.“ 8
Die Originalurkunde ip nicht erhalten. Obiger Auszug peht bei Joh. Max. zum Jungen, FrankfurterGefchlechter Chronik. Theil III (1634) fol. 389b, einem Manufkript im Gr. Haus- u. Staats-Archiv zu Darm-padt (Aktenabtheilung IV, 1). Der Autor excerpirte aus dem fog. „Grünbuch“ [d. h. Documenta die Frank-furter Gefchl. betr.], einer wohl von ihm angelegten Sammlung von Auszügen aus Akten verfchiedenerFrankfurter Privatarchive. Vgl. über diefe Quelle oben S. 76 u. 115.
Die Aeditheit derVorlage der zum Jungenfchen Chronik ift nicht zu bezweifeln, umfo weniger, als der mitgetheilte Urkunden-Auszug mit andern urkundlichen Nachrichtenzufammenftimmt (vgl. Nr. VI u. VIII). Daß die in obiger Notiz genannten Friele undHenchen unzweifelhaft die Brüder Friele und Johann Gutenberg find, ift durch denvoranftehenden Auffatj des Freiherrn Schenk fichergeftellt.
Gegenftand der Auseinanderfetjung ift höchft wahrfcheinlich eineErbfchaftsangelegen-heit, denn Gutenbergs Vater war gegen Ende des Jahres 1419 geworben (vgl. oben S. 76).Frau Patje Blashoff war anfcheinend eine Halbfchwefter Gutenbergs, nach dem Zufat? desChroniften die Witwe des 1403 verftorbenen Peter zum Jungen zum Blashoff, auf deffenSterbetafel ein Gensfleißh -Wappen angebracht war. [Nach gütigen Mittheilungen desFrh. Schenk].
Ob die Brüder Friele und Henchen Gutenberg perfönlich der Verhandlung beiwohnten,ift nicht bekannt; vielleicht wurden fie durch ihren Schwager Clas Vitjtum vertreten.
Nr. II* Uebertragung einer den Brüdern Friele und Johann Gutenberg ausgesetztenLeibrente von 20 Gulden (1427/28).
(Mainzer Ms. Bl. 119 b , Z. 19 ff.) Refignacio lipgedings gulte, nit zu Widder- || kauffenzweijer 9 perfonen leptage off || filbern vnderphande. ||
Allermenlich fall wiffen, 10 das Hans Gutlichter 11 quam vor richter Johan Molfberg, ||ein werntlich richter zu Mencz, vnnd hatt vergift vnnd off gegeben || vor fich vnnd ßnerben Johannes Imgraße vnnd feinen erben || zwenczig gülden gelts lipgedings zweijerperfonen leptage gancz uß || zu haben, mit namen Frielenvnd Hengi[n]sgebruder,Fryelen feligen fun zu Gudenberg, ir beyder leptag ganczs uß zu haben 12 vnndnit lenger. Vnnd weres fache, daß der vorgenanten ]| zweijer perfonen einer von dodes.wegen abeging, fo fulden doch die || vorgefcriben zwenczig gülden gelts lipgedingß demvorgenanten || Johanneß Imgraße vnnd fin erben deß andern 13 lebende perfonen fein ||leptage gancz uß alle jor fallen vnnd werden, alß abe fie beide noch lebende || [weren]. 14Vnd wan dan das letjft lebende 15 (Bl. 120 a ) vntter 16 den vorgenanten zweijen perfonenauch von dodeß wegen abegangen iß, fo fall || man dem vorgenanten Johannefen 'aderfeinen erben die gulte reichen vnnd || geben, was der erlebett were, nach dem marczaldeß jars vnnd der || zeijt, alß abe eß wochen gulte wer. Vnnd fullent die vorgefchribenxx || gülden gelts lipgedings dem vorgenanten Johannefen ader fein erben || der vor-genanten zweijer perfonen leptage gancz uß alle jor jerlichen fallen || vnnd werden vffden zwolfften dag vnnd uff fant Margreten dag ije || halb vnnd halb ader binnen einßmondes friß nach ijder zeijt vn- || befangen. Vnnd hat der vorgenant Hanß dem vor-genanten 17 Johannes vnnd || fein erben vor die vorgefcriben zwenczig gülden gelts.