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K. SCHORBACH
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jare, in der indiccien, cronungedes || babißes, des mandes, der ßundevnd (lat, alsobge-fchrieben ßet. Hie bij fint geweß die erfamen vnd || befcheiden manne Madern der (tat(chrieber zu Mencze, Joha nn Gudenberg, Peter Geigen ein meczler, || Olerhenneeyn bender, alle 225 bürgere zu Mencze, vnd Conradt von Witterftat, der obgenantenjunffrauwen || zu fant Clären becker, geczüge zu diefen obgefchrieben dingen geheifchenvnd gebeten. ||
[Die Unterschrift des Notars ist weggeschnitten].
Originalurkunde auf Pergament (24>;30 cm) in der Stadt-Bibliothek zu Mainz [ Urk. St. 243«]. DieUnter-fchrift des ausfertigenden Notars fehlt; vielleicht hat Bodmann fie weggefchnitten und feiner Autographen-fammlung einverleibt (vgl. die Notizen zu Nr. XXVI). Auf dem Rücken der Urkunde [teilt von einer Handdes 17. Jahrh. folgende Auffchrift: Quittung Hans Sdiugmans A° 1453. Links davon fchrieb eine neuereHand: ein pfründten oder pfretten betreffent. Unfer Dokument hat ficher fchon Bodmann Vorgelegen, wieaus einer handfchriftlichen Notiz in feinem Nachlaß bekannt wurde. Wahrfcheinlich bildete dasfelbe dieGrundlage für die beiden plumpen Bodmannfchen Fälfchungen, worin er Gutenberg in nähere Beziehungenzum S. Clara-Kloßer in“ Mainz zu bringen fuchte (vgl. darüber meine Anmerkung 7). Schaab II S. 267Nr. 122 gab die Nachricht von Bodmanns handfchriftlichem Vermerk, konnte aber weder das Original nocheine Abfchrift der Urkunde auffinden. Seit der Zeit wurde die Exißenz derfelben [tets in Zweifel gezogen;vgl. v. d. Linde, Gutenberg S. 521 fowie Heffels, Gutenberg S. 63 Nr. 13 und S. 182. Beim Ordnen desftädtifchen Archivs zu Mainz ( 1883/85) kam jedoch das Aktenßück wieder zum Vorfchein; vgl. Zuwadis-Ver-zeidiniß der Stadt-Bibliothek zu Mainz 1883—1885 (Mainz 1886). S. VIII. Die hier gegebene kurze Mit-theilung hat v. d. Linde, Erfind, d. Buchdr. III, S. 947 wieder abgedruckt. Der ganze Wortlaut des Textes ißbisher noch nicht veröffentlicht. Zu der Orthographie unferes Dokumentes iß zu bemerken, daß der Schreiberdie Manier hat, über viele u ohne Princip zwei Punkte zu fetjen. Beim Abdruck wurde dies nicht wiedergegeben.
Die Aechtheit unferes Notariatsin(trumentes ift zweifellos. He(fels erklärte dasfelbeohne weiteres für eine Fälßhung Bodmanns. Jetjt kann er fich davon überzeugen, wieverkehrt es i(t, über verßhollene Dokumente voreilig zu urtheilen. Genügen feine paläo-graphifchenund fprachlichen Kenntnifle nicht, fich aus unferem Facfimilevonder Aechtheitdes Originals zu überzeugen, fo mag er in Mainz die Pergamenturkunde „anfühlen.“Auch das Fehlen der Unterßhrift des Notars wird ihm zur Anfechtung keinen Grund bieten.
Das Notariatsin(trument vom 3. Juli 1453 giebt zu Protokoll, daß der Bruder und Dienerdes St. Clara-Klo(ters zu Mainz Hans Schuchmann 226 von Seligenßat auf alle Schuld-forderungen an das Klofter freiwillig verzichtet und demfelben alle feine Habe vermacht.Dafür wird er als Pfründner des Kloßers aufgenommen. Er bedingt fich aus, bis zu feinemTode im Kloßer Wohnung und Verpflegung zu haben und feine Grabßätte in der Kirchezu S. Clara zu erhalten etc.
Für uns kommt diese Urkunde nur deßhalb in Betracht, weil unter den Zeugen derVerhandlung, die dazu „geheifchen vnd gebeten“ wurden, fich auch J o h a n n G u t enbergbefindet. Ueber nähere Beziehungen desfelben zu diefem Kloßer iß daraus nichts zuentnehmen.
N r. XX Das Helmaspergersche Notariatsinstrument vom 6. November 1455. Protokollüber die Eidesleistung des Johann Fust in seiner Klagesache gegen Johann Gutenberg.[ Tafel 16].
In 227 gottes namen amen. Kunt fy allen den, die dieß offen inßrument fehent oderhorent lefen, das des jars, als man zalt || nach Crißi vnfers hern gebürt dufent vier-hundert vnd funffvndfunffzigk jar, in der dritten indictien, uff dornßag, der do was ||
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