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K. SCHORBACH
Nr. XXV Erzbischof Adolf von Mainz nimmtjohann Gutenberg unter sein Hofgesindeauf. Bestallungsurkunde vom 17. Januar 1465 . 305 [Tafel 22],
Als myn gnediger herre vonMenntj Johann Gudenberg || zu finer gnaden dienervnd hoffgefinde empfangen hat. ||
Wir Adolff etc . 306 bekennen vnd thun kunt vffintliche mit diefem brieff, das || wir habenangefehenn annemige vnd willige dinft, die vns vnd vnßerm || (lifft vnfer lieber getruwerJohann Gudenberg gethain hait vnnd inn || kunfftigen zijten wol thun fall vnnd mag,dar vmb vnd von befundern || gnaden ine zu vnnferm dhiener vnnd hoiffgefinde vff-gnommen vnnd || emphangen,emphaen vnnd nemen ine uff geynwertiglidi in crafft dießs ||brieffs. Wir füllen vnnd wollen ime auch folichen dinft, dwile er lebet, || nit ufffagen, vnduff das er folichs dinßes deflabas gewefen 307 möge, fo wollen || wir ine alle iar vnnd eynnsiglichen jars, wan wir vnnfer gemeynn hoiff- || gefinde kleyden werden, zu iglichen zijtenglich vnnßern edeln kleyden ||vnnd vnfer hoiffkleydung geben laißenvnnd alle iar eynsiglichen jars || zwenczig malder korns vnd zweij fuder wins zu gebruchung fines || hußs, dochdas er die nit verkeuffe ader verfchengke, frij ane vngelt, nydderlage || vnnd wegegeltinn vnfer ftaidt Mentje inngeen laißen, ine auch, dwile || er lebet vnnd vnnfer dhiener finevnnd bliben 308 wirdet, wachens, voll- || ge dynfte, fchatjunge vnnd anderer, die wir andernvnnßern bürgern || vnnd innwonern der bemelten vnnfer ftaidt Mentje bißher uffgefatjtühaben oder hernachmals ufffetjen werden, gnediglidi erlaißen. Vnnd || hait vns darüberder egenant Johann Gudenberg in truwen globt vnd || lipliche eynen eydt zu denheyligen gefworn, vns getruwe vnnd holt || zu find, vnnßern (chaden zuwarnen vnndbeftes zu werben vnd alles || das zuthun, das eyn getruwer dyener finem rechten hernfchuldig vor- || bunden vnd pflichtig ift zu thun. Alle obgefchribben [tugke, puncte || vndartigkel gereden vnnd vorfprechenwir in guten waren truwen || in crafft dießs brieffs wäre,flede, vefte vnnd vnuerbrochlich zuhalten, || dar Widder nit zuthun ader fchaffen gethanwerden in dheyne wiße,||ußgefcheyden alle argeliftevnd geuerde,vnnd des zu vrkunde fohabn || wir vnger ingefiegel thun hengken an diefen brieff, der gebenn || ift zu Eltuil amdonrflagfantAnthonij tag Anno domini mil-||lefimo quadringentefimo fexagefimo quinto. ||
Dedit literam reuerfalem etc . 309 ||
Das Original des obigen Dekrets, die urfprüngliche Pergamenturkunde, iß nicht auf uns gekommen. Da-gegen hat (ich eine gleichzeitige Abfchrift in einem alten Mainzer Copialbuch erhalten, welches ficher derKanzlei des Erzbifchofs Adolf entflammt. Diefen Codex bewahrt jeßt das Kgl. Kreisarchiv zu Würzburgunter der Bezeichnung: Ingroffaturbudi Adolphi II. Lib. I. (Mainz -Afchaffenburger Ingroffaturbuch Nr. 30).Es i(l eine Pergament-Handfchrift des 15. Jahrh. in folio (36><26 cm), in Holzdeckeln mit weißem gepreßtenLeder überzogen. Sie umfaßte früher 415 gez. Blätter, von denen aber jeßt einige fehlen. Vorgebundenfind 34 neubezifferte Pergamentblätter, welche einen alphabetifchen Index jüngeren Datums (17. Jahrh.) ent-halten. Die alten Abfchriften rühren von verfchiedenen Händen her; fie copiren Aktenßücke aus denJahren 1463—68, aber nicht in ßreng chronologifcher Folge. Unfere Beßallungs-Urkunde ßeht auf Blatt 172®Zeile 1—33. Im Index des Bandes (Bl. XIII b ) findet (ich der Hinweis auf unfer Aktenßück in diefer Faffung:„Gudenberg. Wie Johann Gudenberg zum diener vfgenomen — 172.“
Eine neuere Abfchrift, welche Z. C. von Uffenbach anfertigen ließ, findet [ich in einem Manufkript derHamburger Stadtbibliothek: Supellex epiflolica Uffenbachii et Wolfiorum, Vol. XXVI in folio (18. Jahrh.)auf Bl. 184®'b als Nr. LXXIV. Diefe Copie iß werthlos, denn ße bietet denfelben gekürzten Text, den Joannis IIIS.424abdruckte. Sie enthält keinen Zufaß, wie Heffels Gutenberg S. 115 fälfchlich behauptet; die betreffendeStelle findet ßch ebenfo bei Joannis und Köhler, dagegen fehlt ße bei v. d. Linde Gutenberg Urk. XV in Folgeeiner Nachläfßgkeit.