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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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K. SCHORBACH

104. über bete = bewog durch Bitten, überredete.

105. Laborde druckt hinterwerden 2 Sterne ohne Erklärung. Vielleicht folgte eine getilgte Stelle.

106. ,vergeben, 1 adv. -- unentgeltlich umfonß.

107.keiner ßeht hier im alten, nicht negativen Sinne mhd. dekein ,irgend einer.'

108. Faeßmilirt bei Laborde PI. II Nr. 9 (vgl. unfere Tafel 7 unten).

109. Von Laborde, v. d. Linde und Heffels falfch verbanden. ,Under Kürfenern war die Benennung für eineGaffe in Straßburg, heute Siebenmannsgaffe und Kürfchnergäßchen. Vgl. Ch. Schmidt, Straßb. Gaffen-

u. Häufernamen 2. A. S. 112 und Seyboth, Das alte Straßburg S. 7677.

110. zurloffen - eingefchmolzen. Heffels überfeßt kurzßchtig (oder böswillig?) ,taken afunder, obwohl

v. d. Linde es fchon richtig erklärte. Heffels verßeht das vorzüglich, grade am Richtigen mit gefchloffenenAugen vorbei zu gehen. Hier helfen ihm aber alle Verweife auf angelf. Wörterbücher nichts.,Zerlaßenheißt eben im 15. Jahrh. in Straß burg, und das die Hauptfache, nureinfchmelzen 1

111. ruwete - leid war (um etliche Formen). Schöpflin verßand diefe Stelle falfch, was Herrn Heffelshätte zu der Einßcht bringen müffen, daß Schöpflin die Urkunde nicht erdichtete.

112. Heffels überfeßt100 flasks of beer und corrigirt ßch dann:baskets ofpears!Regelsbiernaber eine noch heute im Unter-Elfaß bekannte Birnenart; vgl. Konrad v. Dangkroßheim, NamenbuchVers 317 (Elfäß. Lit. Denkm. I) und Schmeller, Bayer. Wörterbuch II, 70.

113.an r u de e s ift nicht klar. Wahrfcheinlich ein Datum gemeint (an Ruckes ?), befonders da ein Geiß-licher fpricht. Heffels dachte an den Heinrichstag, ich felbß an Rückerstag. Die von Grotefend vorge-fchlagene Emendationzu ruckes paßt nicht gut in den Zufammenhang. Vielleicht liegt ein Irrtumdes Schreibers vor.

114. Derganze wichtige Paffus nachgebildet bei Laborde PI. II Nr. 10 und in derFeßfchrift: Gutenberg Erfinderder Buchdruckerkunß, Straßb. 1840 S. 14 (vgl. unfereTafel 7 unten). Die thörichteBehauptung v.d. Lindes,diefe Stelle fei von Schöpflin ge fäl fcht, widerlegt für den Kenner ein Blick auf das Facßmile.

115. Von der offenbar fchlecht überlieferten Ausfage des Midehart Stockergab Schöpflin nur einen Auszug.Ein Theil faeßmilirt bei Laborde PI. II Nr. 11 (vgl. unfere Tafel 7 unten).

116. Diefer Abfchnitt bei Laborde fortlaufend gedruckt, ohne Zeichen des Zeilenfchluffes, alfo vielleichtnicht nach eigener Collation der Handfdhrift.

117. Faeßmilirt bei Laborde PI. II Nr. 12 (vgl. unfere Tafel 7 unten).

118. Nachgebildet bei Laborde PI. III Nr. 13.

119. Hans Niinjor heißt im Protokoll: Hans Niger (Zeuge 12).

120. Diefe Zeugin und Reimbolt von Ehenheim verübten im Haufe des verßorbenen A. Drißehn Unredlich-keiten; vgl. Zeitfchrift f. Gefch. d. Oberrheins N. F. VII S. 653f.

121.hettentße alle vor inen =-waren ße alle der Ueberzeugung. Ueber,haben indem Sinnedafür haltenvgl. Grimm, Deutfehes Wörterb. IV, 2, 54.

122. afentur= Unternehmung (mhd. äventiure), fpät mhd. fchon äventiuraere = umherziehenderKaufmann.Der Ausdruckoffentürer begegnet in der Straßburger Goldfchmiede-Ordnung von 1482 in dem SinnevonHändler. Schöpflin verßand diefe Stelle der Akten falfch, wie feine Ueberfeßung zeigt.

123.korp mit bieren überfeßt Heffelsa basket with beer, obwohl fogar der Franzofe Laborde, deffenUeberfeßung Heffels ftets benußt, das Richtige bot (une corbeille de poires).

124. DiefeStelle, die nicht jedem zugänglich fein wird, lautet:Parmi les protocolesde la chancellerie, celuide lannöe 1439, contenant entrautres la sentence du Senat, entre Gutenberg et Andrö Drißehen,a öte malheureusement brüle, mais celui du grand Senat de la meme annee, contenant lesdöpositions des temoins entendus dans ce celebre proces, a etö preserve de la destruction, et a 6t6döpose ä la bibliothöque de la ville.

125. Krit. Gefchichte der Erfind, der Buchdr. S. 23857.

126. Gutenberg S. 32 f u. 186 ff. Sogar W. Blades ihm urtheilslos gefolgt.

127. Dies fchreibt fofort Fumagalli, La questione di Pamfilo Castaldi (1891) S. 16 nach, ohne nachzuprüfen.

128. Chronicke von Jacob von Königshoven (1698) S. 1102f.

129.NB. Es haben im nachfuchen auff dem Pfennigthurm auff dem obern Boden einige der Regißer ßchgefunden, welche herab und ins G. U. P. (d. h. Gewölbe unter Pfalz) zu denen andern transferirt undden Jahren nach collociret worden. Die aufgefundenen Bände ßnd dann in der Liße nachgetragen,darunter der Jahrgang 1439! Diefen Nachweis danke ich Herrn Dr. Bernays vom Straßb. Stadtarchiv.