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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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DIE ZWEIFARBIGEN INITIALEN DER PSALTERDRUCKE.

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ßattgehabten ßarken Preßung beweiß unzweifelhaft eine größere Widerßandsfähigkeit,als ße Typenmetall in der Regel bietet. Diefes würde vielmehr ganz ficher an alleneinmal derartabgeprägten Stödten erheblicheVeränderungen, namentlich breitgedrückteOrnamentlinien wahrnehmen laßen. Auch die deutlich erkennbare Biegfamkeit undHaltbarkeit ganz dünner Stellen entspricht im allgemeinen nicht dem Typenmetall.

Auf die ungewöhnliche Härte des Metalles der Initialplatten fchon hingewiefenworden. Daß diefe nicht aus Schriftmetall gefertigt waren, darf als ficher angenommenwerden, trotj der bei einer Reihe derfelben häufig vorkommenden Brüche der dünnenStellen. (Brüche der Initialplatten kommen vor bei Initiale A B DI LMN R). Die Wieder-herftellung der Bruchteilen nämlich, die fich in einigen Fällen als recht dauerhaft zeigt,weift mit größter Wahrfcheinlichkeit auf Lötharbeit hin. Diefe dürfte jedoch, wie leichtzu erkennen, in unferen Fällen bei Annahme von Schriftmetall ganz ausgefchloßen fein.

Bejchädigungen und Ausbefferungen an Initialplatten während des Druckes laßen fichan nachßehenden Beifpielen verfolgen. 1457 bei A 22a, dem erßen Vorkommen dieferInitiale, fehlen (chon beide Apices oben. 15 Der nächße Abdruck 34a zeigt den rechtenApex beigefügt, Bruchftelle kenntlich, vielleicht liegt das Stückchen nur lofe in der Rinne.

' Bl. 37 b hat beide Apices, rechte Bruchftelle wie vorher. Auf der nächften Seite 38 afehlen beide. Die folgenden Abdrücke auf 56 a, 78 a, 111b zeigen beide Züge gut ausge-beßert, während beim letjten Vorkommen, 119a und 120b wieder beide fehlen. In diefemZuftande befindet fich die Initiale auch bei den erften 5 Abdrücken in 1459 (13 b, 15 b,16a, 19a, 32a); fiewird dann haltbar ausgebeßert und kommt von 50b an bis zu Ende inunverftümmelter Form vor. Auch die Initiale und Ornamente von I machen mehrereWandlungen durch. Die obere Einfaßungslinie der Ornamente fehlt fchon 1457 beimerßen Vorkommen auf 6 b bis auf ein 4 mm langes Stückchen links. Von diefem bleibt1459 von Bl. 45a an bis Schluß ein kleiner Reß übrig; auch die untere Einfaßungsliniehat am rechten Ende und in der Mitte etwas gelitten. Beim erften Abdruck in 1490, 7 b,erfcheint der Verzierungsßock vollftändig ausgebeßert, die obere und untere Abfchluß-linien des Vierecks drucken fcharf ab. Spätere Abdrücke (19b, 29a, 38a, 202a, 207a)zeigen jedoch die nicht befonders gefchickte Arbeit des Ausbefferers, die angefetjtenStücke halten nicht und find auch zu flach geftochen, es druckt vielFleifch mit ab.Auf Bl. 79 a, 90 a ferner von der obern Ornamentlinie rechts ein Stück abgebrochen,106a und 116b wird die Stelle noch fchadhafter und verbleibt fo bis zu Ende. Vergl. Taf.28.Auch die Initialplatte I, die in den beiden Ausgaben 1457 und 1459 unverfehrt gebliebenwar, erfährt während des Druckes von 1490 mehrere Brüche und Wiederherßellungen.Die verfchiedenen, nacheinander folgenden Zuftände geben nebenftehende Figuren an.

Fig. a, Bl. 55 b Apex unten links abge-brochen. Fig. b, Bl. 194 a unten links er-gänzt, oben links weggebrochen. Fig. c,

Bl. 197 a oben links ausgebeßert, untenlinks weg. Fig. d Bl. 202 a wieder wie * °

Fig. b. Da Bl. 197 und 202 fich in einer Lage befinden und rückläufiger Eindruck dieferInitialen öfter vorkommt, fo wäre an fich möglich, daß 202 vor 197 gedruckt, mithin dieForm e auf c folgte. Natürlicher fcheint mir die Entftehung der Form e aus d zu fein.Fig. e zeigt den lebten Zußand von 1490, in welchem die Initiale im Pf. von 1502 zum