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HEINRICH WALLAU
Drude gelangt. Auch für die erhebliche Fegigkeit des Metalles liefert die Initiale I inPf. 1490Beweife. Der rechte obere Apex derfelben ig fchon B1.61 a nach oben verbogen,hält aber noch lOmalige Verwendung bis zum Schluffe des Bandes von 1490 aus, troßdemvon Bl. 119a an die Ausbiegung noch etwas zunimmt. In Pf. 1502 ig zwar die Verbiegunggerade gerichtet, die fehlenden Stücke der Apices find jedoch nicht ergänzt. Die hierhergehörigen, in den Pfalter-Ausgaben von 1457,1459 und 1490 nachweisbaren Befchädigungender Initialplatte M wurden [chon obenS.269 befprochen. Die Platte hat nach dem Drudevon 1457 eine fehr haltbare Ausbefferung erfahren. Vergl. hierzu Taf. 29. Pf. 1459 (cheintbei Initiale N der Apex oben links durch Löthung oder andere Urfache verändert wordenzu fein. Er zeigt Bl. 49 b, 90a und 91a tiefem Einfaß wie die übrigen Theile der Initial-platte. Bei der Ausgabe 1490 Bl. 31a, dem ergen Abdruck, ig die gebefferte Stelle er-kennbar; Bl. 189 b ig der Zug wieder abgebrochen. Die oben S.270 befprochene, ftarkbenußte Initiale D erfuhr [chon Pf. 1459 eine Reparatur. Auf Bl. 24a Taf. 28 erkennt man,dag der untere Apex abgebrodien und wahrfcheinlich in der Rinne des Verzierungsgockes[lecken geblieben war. Denn er wurde mit den Verzierungen roth eingefärbt, währenddie Initialplatte blaue Farbe erhielt. Nach diefem Abdrude fehlt die Initiale auf Bl. 24 b,25 b, 28 b und 32b, wo der Raum freigelaffen und D eingemalt wurde. Auf Bl. 34 b er-fcheint der erge Abdrude nach der Ausbefferung, die aber nicht ganz gelungen ift. DieInitialplatte ifl zu hoch und verhindert den Abdruck der nahe angehenden Linien derOrnamente. Diefem Mangel wird nun abgeholfen und von 35 b an kommen wieder guteAbdrücke vor. Von befonderm Intereffe find auch hier dieaufS.271 erörterten Ver-legungen, die die Initialplatte D während des Druckes von 1490 erlitten hat. Die wieder-holten Ausbefferungen führen zu einem erheblichen Auseinanderrücken der Vertikal-hagen, eine Erfcheinung, die bekanntlich für Löthgellen ganz bezeichnend ift.
IV. Druckverfahren der Psalterdrucke. Das Druckverfahren der Pfalter-
drucke im Einzelnen nachzuweifen,Verfahren von Pf.1457 und 1459. erachte ich als außerhalb des Rahmens diefer UnterfuchungSeitenweifer, gleichzeitiger Ab- f a n en d. Ein Ueberblick über die beim eigentlichen Druck an-druck aller Farben. Einpaffen g ewen( j eten verghiedenen Verfahren dürfte indeffen umfo-
den Satj (Kegeimeffungen). Aus- mehr geboten erfcheinen, als die zweifarbigen Initialen hiernahmsweifer Einzeldruck von von beftimmendem Einflug find und diefe Bedeutung nament-zweifarbigen initialen. Guteju- lieh für die Ausgabe von 1490, bisher unbekannt geblieben ift.ftierung des gefamten Typen- w e g en vieler Einzelheiten verweife ich auf die [chon er-matenais der Pfaiterdrucke. wähnten, trefflichen Unterfuchungen Dr. Adolf Schmidts
S. 166 ff, die das dauernde Verdienft beanfpruchen können, außer der Löfung mancherhochintereßfanter Frage älteger Drucktechnik, auch in die bei den Pfalterdrucken von1457 und 1459 obwaltenden technißhen Vorgänge zuerg Klarheit gebracht zu haben . 16Ich gelle die Ergebniffe diefer Unterfuchungen mit meinen eignen Beobachtungen undSchlußfolgerungen zufammen. Einzelne geh hieraus ergebende Modificationen derRefultate Schmidts werden in den Anmerkungen Erläuterung finden.
Die Aufgaben des Druckers der Pfalter-Ausgaben von 1457, 1459 und 1490 warennichts weniger als einfach. Der [chwarze Text enthält einmal zahlreiche roth zu druckendeVerfallen, fodann waren an vielen Stellen am Beginn der Zeilen gehende, zweifarbige