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und durchfcheinender jene find, umfo leichter ver(chwinden jie auf Schwarz, von demfie dann ficher gedeckt (cheinen, während thatfächlich. das Umgekehrte richtigifl. So werdenBl. 139a die blauen Ornamente des C oben von den (chwarzen Buchßaben i(n) und t(us)(cheinbar zweifellos gededct. Erß fcharf feitlicdie > Beleuchtung der Stelle zeigt fowohl dieSchattierung in den (chwarzen Buchßaben, als auch die paßos auf den (chwarzen Typen(teilende Farbe der Ornamente. Schwarz wird ganz zweifellos von Hellblau gededct.Aehnlidi auf Bl. 44a bei Initiale D, wo oben Magnus, rechts E(us) e((t), unten f(olus) alle’fchwarze Buch (laben vom Ornament der Initiale gededct werden, nicht umgekehrt. Leichtererkennbar find Stellen wie z. B. auf Bl. 50a S, 50b E, wo die röthliche Farbe der Ornamenteeinen Schimmer auf Schwarz hinterla(fen hat. Das unverdünnte, oft dick aufgetrageneRoth der Initiale dagegen deckt nicht feiten kräftig (chwarze Typen, tro^dem herrfchtauch in folchen Fällen das durchdringende Schwarz bedeutend vor, f. Bl. 54a D, 54 b E.Man beachte indeffen den bezeichnenden Unter(chied zwifchen dem Ausfehen dieferFarbenfolge und dem durch die (chwarzen Notenzeichen durchgewachfenen Roth derNotenlinien. Manchmal erleichtert der fcharfe Einfatj des fpätern Aufdrucks die Wahr-nehmung, fo iß Bl. 55 b bei Initiale I das unterliegende Schwarz durch die rothe Initialeund blaue Verzierung vollftändig eingeprägt, ebenfo Bl. 59b Eoben oder61a I oben. Nichtaußer Acht zu la(fen i(t ferner bei übereinander gedruckten Stellen die Beurtheilung derFarbenmenge, die auf beiden zum Abdruck gekommenen Platten verwendet wurde.Paftofes Auffitjen der obern Farbe findet nicht immer ftatt.
Die Wichtigkeit der aus diefen Beobachtungen fich ergebenden Folgerungen war dieVeranlagung, daß es in dem unter Anmerkung 1 beigefügten Verzeichni(fe der Initialenvon 1490 nach Möglichkeit angegeben wurde, wenn fie den (chwarzen und rothen Text-druck decken. 25
Ueber die Reihenfolge des Druckes la(fen demnach die an den Abdrücken befindlichenMerkmale nach genauer Prüfung kaum einen Zweifel begehen. Insbefondere kann derDruck der zweifarbigen Initialen in der Pfalter-Ausgabe von 1490 beßimmt als zuletjterfolgt bezeichnet werden. 26 Der Eindruck gefchah aus naheliegenden praktifchenGründen, feitenweife auf die zufammengefalteten Bogen. 27 Viele Blinddrücke und abge-fchmutjte Stellen auf dem rückfeitig der betreffenden Initiale befindlichen Blatt beweifendiefen Vorgang mit aller Sicherheit. Ob aus dem Umftande, daß in zahlreichen FällenBlinddrücke nicht nachweisbar find, trotjdem folche Initialen unter (charfem Druck auf-gedruckt worden find, auf eine Aenderung des Verfahrens (etwa gleichzeitigen Eindruckder Initialen auf zwei Seiten) gefchlo(fen werden kann, fteht dahin. Abgefehen von demfür das fichere Gelingen des Eindrucks entßhieden vortheilhaften, auch (chon 1459 beiEinzeldruken angewendeten Verfahren des feitenweifen Drukes, darf nicht überfehenwerden, daß Blindpreffungen in gefeuchtetes Papier beim Troknen häufig völlig ver-(chwinden, beziehungsweife durch geeignete Unterlagen ganz zu vermeiden find. So la(fendie Initialen N auf Blatt 67 a, U 67 b und A 68 b weder Blinddruke, noch felbß eineSpur von Schattierung auf der Rükfeite des Abdruks erkennen, tro^dem auf derVorderfeite die Initial - Ornamente z. Th. in fehr kräftigem Eindruk erfcheinen. Ingleicher Weife haben A Bl. 18a und I 19a keine Spuren auf den zugehörigen Seiten 23bund 22b hinterlaffen. Anderfeits bietet das technißh äußerß intereflante Trierer Exemplarzahlreiche Belege dafür, daß der feitenweife Initialeindruk oft erfolgte, bevor die Farbe