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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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DIE ZWEIFARBIGEN INITIALEN DER PSALTERDRUCKE.

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auf dem zufammengefalteten Bogen genügend getrocknet war und man auch überfehenhatte, geeignete Vorkehrung gegen das Abziehen zu treffen. Der Eindruck der Initiale Avon Bl. 21b hat z. B. auf Bl. 20b, D von Bl. 20a auf Bl. 21a, fowohl Blinddruck, alsauch ftarkenAbfchmulj des fch warzen Textes erzeugt. Ebenfo hat durch den Aufdrudedes R Bl. 156b der [chwarze Drude der Seiten 156a und 155b an der entfprechendenStelle gegenfeitig fehr ftark abgezogen. Audi zweifarbige Initialen felbfl kommen durchdiefe auffallend forglofe Behandlung zum Abfchmutjen. So haben die beiden blauenHaffen des M (1490 fehlt die erfte Hafta immer) auf Bl. 90 b ftark abgezogen beim Auf-druck des C Bl. 95 b. Initiale E Bl. 135 a hat mit dem blauen Körper ftark, mit den rothenVerzierungen etwas fchwächer abgefchmutjt, als D Bl. 130a aufgedruckt wurde. DiefesBeifpiel zeigt zugleich den öfter vorkommendenrückläufigen Initialdruck d. h. E 135awar fchon gedruckt, als D 130a eingedruckt wurde. Keinerlei Abfchmutj zeigen dagegendie Blinddrücke auf den Seiten 58b von Initiale Q 63b, 59b von D 62b, 85a von Q84a,116b von D 117b, fowie 30a von E 2. Größe Bl. 27a. Diefer Blinddruck ift nur ganzfchwach erhalten geblieben, trotjdem der Abdruck der Initiale mit großer Kraft ausgeführtwurde. Der merkwürdige Abfchmutj auf Bl. 115b wurde fchon früher S. 265 erwähnt.Bei dem gleichfalls rückläufigen Eindruck der Initiale B 115a hat F 118a abgezogen. 28

W efentlich einfacher wie der Drude der Ausgabe von 1490 Druckverfahren der Pfaiter-erweiftfich fchließlich das Druckverfahren der drei letjten druckev ° n i 5 02,i5i5und 1516.Pfalter-Ausgaben, von 1502, 1515 und 1516. Man befchränkte fich auf Roth- und Schwarz-druck, nach dem fchon 1490 für den Textdruck angewandten Verfahren. Für den demSchwarzdruck vorausgehenden Rothdruck dient der vollftändige Satj, die rothen Stellenwerden durch aufgelegte Maske (Rähmchen)abgedeckt. Vor dem dann erfolgendenSchwarzdruck werden die roth gedruckten Typen gegen Ausfchlußftücke vertaufcht. DieInitialftöcke konnten hierbei zufammengefetjt oder auch getrennt in der rothen Formmit abgezogen und der Druck mit dem nachfolgenden Schwarzdruck fertiggeftelltwerden. Zweifarbige Abdrücke der Initialen enthalten diefe Drucke nicht. Pf. 1502bietet, wie oben nachgewiefen, Abdrücke faft aller Initialkörper, ohne die Verzierungen,1515 neben einem Abdruck des Verzierungsftockes der Initiale C, ohne Initialplatte,auch einfarbige Abdrücke der zufammengefetjten Initiale und Verzierung von D und Eder 2. Größe, ebenfo 1516 das große B in einfarbigem, wie alle übrigen, rothem Druck . 29Im Münchener Exemplar des Pf. 1515 laßen (ich die beiden zwifchen den Columnen(im Bundfteg) fißenden Punkturen, trotj der Stiche der Heftung, noch unzweifelhaftfeftftellen. Befonders leicht die obere, die (ich regelmäßig etwas unterhalb des erftenHeftftichs befindet; fiehe z. B. Bogen biiij, Lage c, d und viele andere. Der gleich-zeitige Druck von je zwei Columnen wird durch diefe Punkturen erwiefen. AlsStützenwurden auf voller Seitenbreite verwendet 45 mm ftarke Stege, insbefondere um beiden Notenlinien allzu derben Einfatj zu vermeiden, fofern fie am Anfang oder Endeder Seite flehen; vergl. Bl. XXXV oben, XLV, LXXVIII, LXXXIIII unten. Unterder Schlußfchrift am Fußende der Columne (Bl. XXa des Hymnarius) zwei quadrat-förmige Stütjendrucke (15 mm im). Alle diefe Blinddrücke zeigen auf der Rückfeite dieEinpreffung des Gewebes (wohl grobe Leinwand), mit dem der Preßdeckel bezogen war.Diefe Gewebeftructur zeigt fich mitunter auch an den farbigen Abdrücken felbft, z. B. bei