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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
Entstehung
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DER TÜRKENKALENDER FÜR 1455.

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allerdings nicht bemerkt, es fei denn, dag auf den letjten Seiten ck nach Konfonantenöfter durch das einfache k ergebt wird und dag der Behelf Cz, von dem nachher mehr,erg von Blatt 3 V ab erfcheint.

21 Zeilen haben, abgefehen von dem eben erörterten Verfehen, nur Blatt l r und Blatt5 r , jenes durch die Titelzeile, diefes durch den an den Schlug gefegten Neujahrswunfch.Im Uebrigen zählt man überall 20 Zeilen und hat darum den Druck als einen 20zeiligenzu bezeichnen, nicht als einen unregelmägig bald 20, bald 21zeiligen. Da das Ganze183 Zeilen ausmacht, fo wählte man, nachdem ge gefegt waren, praktifcher Weife 20zeiligenDrude und erhielt fo neun volle Seiten.

Die Typen find, wie [chon gefagt, die der 36zeiligen Bibel. Ihr Erhaltungszugand er-fcheint vortrefflich. Mangelhaft geratene Stellen find leider hie und da mit Tinte nach-gebeffert; fo namentlich Blatt l v 4 V . Die Zeilen haben keinen Durchfchug. Die Zeilen-fchlüffe find unregelmägig.

Zum Typenfchatj und zur Druckerpraxis finde ich Folgendes zu bemerken,wobei ich beim Vergleich mit der 36zeiligen Bibel die Ermittelungen und Zufammen-gellungen Dzial^kos aus diefer zu Grund lege. 25

Der Türkenkalender hat keine Interpunktion in unferm Sinn. Das einzige dafür ver-wendbare Zeichen, der Punkt in Form eines übereck gegellten Quadratchens, ergheintl r 2 i und l v i zur Abteilung der Jahrszahl und der Zahl der Tage: Mcccclviar || vniiij. dage, wie das Gewohnheit der Zeit war. Sodann zur Zeilenfüllung, dabei dann auchZier halber zwei Punkte über einander in der einfachen Punktreihe, 2 r is 3 v n 5 r 2o. DieRolle der Interpunktion fpielt er nur 2 v s und 5 r 9, wo er am Versfchlug geht, weil der nächgeVers ausnahmsweife nicht mit einem grogen Buchgaben anfängt. Trennungszeichen, umdas hier anzufchliegen, werden bald gefegt, bald nicht gefegt. Sie finden geh 1 r is 2 v i.i 2 3 v 7.is;.ge fehlen, meig wegen Mangel an Raum, l r i9 l v 9.xs 2 r 7.i2 3 p 2.h 3 v 6 4 v 6 5 r 2.9.i 0 . 14 . 20 .

Groge Buchftaben werden, abgefehn von Titelzeile und Neujahrswunfch beide be-ginnen mit einem grogen Buchgaben und der Neujahrswunfch hat noch einen weiterenin Jar nur bei den Monatsnamen und bei den Versanfängen gebraucht, hier aber mitgrögter Regelmägigkeit. Sie find dann noch durch den Rubrikator hervorgehoben. Beidiefer Befchränkung und dem geringen Umfang des Kalenders ift es erklärlich, dag nichtalle Kapitalbüchgaben Vorkommen, die der Drucker befeffen haben mag. Vertreten find rABC D E FG HIMNORSV. Die Regel, bei den Monatsnamen und an den Versan-fängen groge Buchftaben zu fetjen, erleidet überall da Ausnahmen, wo W oder Z erfordertwerden. Sie waren alfo nicht vorhanden. Auch im Apparat der 36zeiligen Bibel fehlenge, ebenfo wie U, X und Y. Intereffant ift es zu fehen, wie der Kalenderdrucker gehdiefem Mangel gegenüber geholfen hat. Wo ein Vers unmittelbar vorausging, half er gehbei'Z und W je einmal dadurch, dag er an den Schlug desfelben einen Punkt fetjte unddann z und wverwante. Esgefchahdies an den beiden [chon angeführten Stellen 2 V 8 und 5 r 9.An den andern Stellen, wo er Z hätte fetjen müffen, umging er das dadurch, dag er die viel-verbreitete Schreibung Cz wählte. So 3 v m(Czu) 4 v 4(Czu) 4 v s(Czins) 4 v is(Czoich).Dag das nur ein Notbehelf war, geht man daraus, dag fonft nirgends im Text cz für an-lautendes z gefegt ig, fondern überall das einfache z, und dag im Inlaut, befonders nachr,- nicht cz, fondern- tz gebraucht wird. Der Mangel des W war noch fühlbarer als der

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