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ARTHUR WYSS
Sehr intereffant ift Tafel Vllb:
DerSetjerwar hier genötigt, wie ich annehme, aus der Type t
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um der Punkttype, die ihrerfeits einen kurzen rechteckigenAusfchnitt von gleicher Breite oben erleiden mußte, Platj zu (chaffen. Der nahe Zeilen-[chluß nötigte zu diefer Kombination.
Ebenfo verhält es (ich, wie ich glaube, mit fe fc fi fu Tafel IVb. Ich nehme hier, wieDziatjko, keine Ligaturen an. Man hat bei einer Anzahl f und f unterhalb ihrer Köpfeeinen (chmalen Ausjchnitt bis zu ihrem Fußpunkt gemacht und bei einer Anzahl kurzer(nur die Mittellinie einnehmender) Buchftaben einen kleinen Ausfchnitt aus der vorderenoberen Ecke des Typenftocks, fo daß die Köpfe der f und f hineinpaßten und man diekurzen Buchftaben näher an die Stämme der f und f heranbringen konnte. 36 Die kurzenBuchftaben konnten trot? diefer Bejchneidung an jeder anderen Stelle wie die unver-änderten gebraucht werden, die f und f aber nicht, ohne Ergänzung durch ein pajfendesAusfchlußftück. Auch durch Abjchleifen der hintern Seite der f f |f ff hat man fich bis-weilen geholfen; man fleht dies an der Verkürzung der Köpfe. Diefe etwas zu langenund darum oft zu viel Abßand faffenden Köpfe waren ein Fehler im Syftem, hervor-gegangen aus der Nachahmung der üblichen Schrift. Die Typenbilder gingen nicht feitenbis fcharf an den Rand des Typenftockes, und zwei derartige Buchßaben nebeneinanderkönnen leicht eine engere Verbindung vermuten laßen, wo nur einfacher Anfatj vorlag.So z. B. di in noch, Türkenkalender 3 r is. An Lötungen glaube ich in folchen Fällennicht. Daß die übergefetjten Kürzungszeichen nicht beweglich waren, fieht man fchonan ihrer genau gleich bleibenden Stellung zu breiteren Buchßaben, wenn fie über folchenjtehen. Manches, was auf den erften Blick als unregelmäßig oder als Spielart, wenn manfo fagen könnte, erfcheint, (cheidet aus als mangelhaft ausgedruckt oder leicht befchädigtoder aus ähnlichen äußeren Gründen.
Gegenüber diefem Syßem der Annäherung einzelner Typen durch ineinander greifendeAusfchnitte, wie ich es mir ausgedacht und hier dargelegt habe, macht midi Herr HeinrichWallau auf ein anderes aufmerkfam, das man als das der Ueberhänge bezeichnen kann. DieKöpfe der f und f bildeten danach Ueberhänge ohne untergegojfenen Körper, die beim An-fetjen der nächften Type über deren Typenftock ragten, fo weit diefer ohne Typenbild war.Einzelne entgegenftehende Kleinigkeiten, wie z.B. die i-Bögelchen, konnten durch Weg-[chneiden befeitigt werden. Diefes Verfahren ift thatfächlich in der Typographie ausgeübtworden und wird noch ausgeübt; die Typen mit Ueberhängen find den Buchdruckernals unterfchnittene Buchftaben bekannt. Sie brechen indeffen je nach der Sprödigkeit desMetalls mehr oder weniger häufig ab. Man hat alfo hier vielleicht die richtige Erklärung.
Von den kleinen Buchftaben kommt q im Türkenkalender nicht vor; es bot fich keineGelegenheit es zu fetjen. Alle andern kleinen Buchftaben find außer in den vollenFormen auch als Anfetjbuchftaben vertreten, außer v, das nur im Anlaut vorkommt, alfoeiner Nebenform nicht bedarf, y und z. Man hat alfo, um zwei fchon befprochene Buch-fiaben fpeciell zu nennen, auch k und w in beiden Formen.
Einfache Buchftabenverbindungen hat der Kalender folgende: da de do pp ff ff ft. Alsdurch Ausfchneidung hergeßellt oder als Typen mit Ueberhang find anzufehen fa fo frffa ffe ffr fft fa fc fe fi fo ffe.