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für Bayonne herzuftellen; da ihm aber die Mittel zur Beßhaffung einer eigenen Druckereifehlten, fo verband er (ich mit dem fchon erwähnten Dr. Albert, und beide haben ver-eint das Breviar von Bayonne 1492 gedruckt. 29 Noch ehe diefe Arbeit vollendet warfiedelte jedoch Rofenbadi nach Barcelona über, wo er zunächft bis 1498 als Druckerthätig gewefen ift. Dann ift wie es fcheint noch einmal die deutfcheWanderluft in ihmerwacht; denn er taucht 1498/99 vorübergehend in Tarragona, 1500—1503 dagegen inPerpignan auf, überall fleißig feiner Kunft obliegend. Erft 1508 ift er nach Barcelona zurüdegekehrt, und hat wohl bis zu feinem nach 1530 erfolgten Tode die Stadt nichtmehr verlaffen. Wohl aber hat er in den Jahren 1518 bis 1524 neben feiner Werkftattzu Barcelona noch eine Filiale in dem Klofter auf dem Montferrat unterhalten, deffenzweiter Druckermeifter er gewefen ift. 30
Auf dem Montferrat hatte nämlich [chon beinahe 20 Jahre früher ein anderer deutfeherMeifter die erften Bücher gedruckt. Hans Lufchner aus Lichtenberg hat vielleicht feineerften Druckverfuche auch in Valencia gemacht, wenn anders er der Juan Aleman ge-wefen ift, der 1494 in die Dienfte des Dr. Albert trat. Sicher läßt er fich dagegen erft1495 in Barcelona nachweifen, wo er in Gemeinfchaft mit einem Gerhard von Preußenin diefem und dem folgenden Jahr zwei Werke druckte. 1498 hat er (ich dann felbft-ftändig gemacht, und ift im folgenden Jahr nach dem Klofter auf dem Montferrat über-gefiedelt, für Jahr und Tag mit feinem ganzen Stabe, der fich aus dem Ulrich Belchvon Ulm, der die Farbe bereitete, dem Ulrich von Saragoffa, der die Schwärzeauftrug, dem Thomas, der den Satj beforgte, dem Heinrich Squirol (?) der die Preffenbediente, und noch drei anderen Gehilfen, zwei Hänfen und einem Juftus, zufammen-fetjte. Dies ift nicht nur die erfte, fondern auch die bedeutendße Druckerei, die in demberühmten Klofter gearbeitet hat, denn nach den Rechnungen hat Lufchner wenigftens7000 Bände von verßhiedenem Umfange, und über 180000 Ablaßbriefe gedruckt. Nachden Rechnungen vertheilen fich die 7000 Bände auf 13 verfchiedene Werke, von denenfich, mit einer Ausnahme, noch fämmtlich Exemplare haben auffinden laffen . 31
Nach diefem erfolgreichen Abftecher ift Lufchner nach Barcelona zurückgekehrt undläßt fich dort noch bis 1505 nachweifen, und zwar hat er in diefen Jahren umfänglicheund ehrenvolle Aufträge ausgeführt.
In den letzten Jahren des 15. Jahrhunderts find noch eine Reihe kleinerer Druckereienauf der Pyrenäenhalbinfel entftanden, von denen viele von deutfehen Druckern errichtetworden find. So haben Nikolaus von Sachfen und Valentin von Mähren 1495 die erfteDruckerei in Liffabon begründet — feit 1496 hat dort jeder von ihnen eine befondereWerkftätte . 32 So hat Peter Michael 1491 eine neue Druckerei in Barcelona eröffnet. Erfelbft ift wohl von Bafel aus der Schule des Lienhard Yffenhut hervorgegangen, und erhat das Verdienß fich in Diego de Gumiel einen Schüler herangebildet zu haben, dertüchtige Arbeiten geliefert hat, obwohl er zwifchen Barcelona, Gerona, Valladolid undValencia ein unftätes Wanderleben geführt hat. So Peter Hagenbach und LeonhardHut;, die 1493 in Valencia zu drucken begonnen haben, hauptfächlich für den Buch-händler Jacobo de Vila aus Piemont. Hagenbach ift fpäter nach Toledo übergefiedeltund ift dort 1508 geftorben. Hut} hat 1496 mit Lope Sanz zufammen in Salamanca ge-druckt, doch fcheinen die Genoffen fich dort nicht haben behaupten zu können; wirfinden ihn fpäter wieder als Gehülfen in der Hurus-Druckerei zu Saragoffa und erft